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Erst das Mitleid, dann die Freude

Bei der traditionellen Prozession zum Heiligen Grab in Görlitz erinnerten Christen auch an die Sorgen der Siemens-Mitarbeiter.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Von Frank Seibel

Görlitz. Als am Karfreitag die Sonne herauskam, war die Osterfreude nicht mehr zu bremsen. In der Stille dieses Feiertages begannen die Leute zu flanieren, Bratwurst und Eis waren gefragt, an den Cafés am Untermarkt machte sich erstmals ein Frühlingsflair breit.

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„Jesusbäcker“ Michael Tschirch verteilte nach alter Sitte Brötchen an die Teilnehmer der Prozsession.
„Jesusbäcker“ Michael Tschirch verteilte nach alter Sitte Brötchen an die Teilnehmer der Prozsession. © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Von der Peterskirche zum Heiligen Grab

Die Karfreitagsprozession in Görlitz startete an der Peterskirche und führte bis zum Heiligen Grab.
Die Karfreitagsprozession in Görlitz startete an der Peterskirche und führte bis zum Heiligen Grab.
Mit dem Kreuz liefen mehrere hundert Christen durch die Innenstadt.
Mit dem Kreuz liefen mehrere hundert Christen durch die Innenstadt.
Michael Tschirsch vom Jesusbäcker (r) verteilte Brötchen.
Michael Tschirsch vom Jesusbäcker (r) verteilte Brötchen.
In diesem Jahr verknüpfte die Evangelische Kirche die Erinnerung an das Leiden und den Tod Jesu...
In diesem Jahr verknüpfte die Evangelische Kirche die Erinnerung an das Leiden und den Tod Jesu...
...mit einem bewussten Mit-Leiden mit den Menschen bei Siemens und Bombardier
...mit einem bewussten Mit-Leiden mit den Menschen bei Siemens und Bombardier
So trugen auch Mitarbeiter von Siemens und Bombardier das Kreuz..
So trugen auch Mitarbeiter von Siemens und Bombardier das Kreuz..
Der Weg führte weiter zum Heiligen Grab.
Der Weg führte weiter zum Heiligen Grab.
Mehr Menschen als sonst nahmen an der Prozession teil.
Mehr Menschen als sonst nahmen an der Prozession teil.

Doch zeitgleich erinnerten mehrere hundert Christen daran, dass aus ihrer Perspektive vor der Osterfreude die Erinnerung an tiefes Leid und an Verzweiflung steht. Die Karfreitagsprozession von der Peterskirche zum Heiligen Grab erinnert daran, was sich vor zwei Jahrtausenden vor den Toren Jerusalems zugetragen hat: die Ermordung des unschuldigen Jesus von Nazareth am Kreuz. Nach christlicher Überzeugung war Jesus Gottes Sohn.

In diesem Jahr verknüpfte die Evangelische Kirche die Erinnerung an das Leiden und den Tod Jesu mit einem bewussten Mit-Leiden mit den Menschen bei Siemens und Bombardier, die um ihre Arbeitsplätze bangen. Jesus sei am Ende alleingelassen worden, sagte Generalsuperintendent Martin Herche – scheinbar auch von Gott. Das sei eine Mahnung, nicht wegzuschauen vom Leid anderer Menschen. Am Sonntag feiern die Christen, dass Gott seinen Sohn eben doch nicht preisgab, sondern ihn hat auferstehen lassen.