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Erst Everton, dann Nürnberg

Dynamo bekommt die dicken Brocken gleich zum Saisonstart – der Dresden-Cup wird dafür zum Härtetest.

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© Robert Michael

Von Sven Geisler

Das ist mal ein Saisonstart: Nürnberg zu Hause, Union auswärts, zwischendrin im DFB-Pokal gegen RB Leipzig, und dann kommt der FC St. Pauli – für Dynamo Dresden geht es in der 2. Fußball-Bundesliga gleich zur Sache. „Es gibt sowieso kein leichtes Auftaktprogramm“, kommentierte Trainer Uwe Neuhaus den Spielplan. Doch viel dicker hätte es für den Aufsteiger auch nicht kommen können, denn die nächsten Gegner sind genauso hochkarätig: in Hannover, zu Hause gegen Erzgebirge Aue und in Kaiserslautern.

Erst am siebenten Spieltag kommt mit den Würzburger Kickers eine der Mannschaften, die als weniger attraktiv eingestuft werden, weshalb – nach traditionellen Dresdner Maßstäben – ein Heimsieg vorausgesetzt wird. Eine Prognose abzugeben, wie Dynamos Chancen gegen wen stehen, wäre momentan allerdings sehr gewagt. Dazu lassen sich sowohl die eigene Qualität als auch die Stärke der Konkurrenten zu wenig einschätzen.

Das sollte jedoch eine Woche vor dem scharfen Start anders sein, wenn die Schwarz-Gelben beim Dresden-Cup im DDV-Stadion erst gegen den englischen Premier-League-Klub FC Everton und dann gegen Bremen spielen. Für Werder ist es zwar noch nicht die Generalprobe, aber bereits ein wichtiger Test vor dem Auftaktspiel in der ersten Liga am 14. August beim Rekordmeister und Titelverteidiger Bayern München. Neuhaus wird dagegen bei diesem Turnier letzte Aufschlüsse bekommen, wer in der Elf steht, die für Dynamo in die Saison startet.

Das internationale Turnier, an dem auch der spanische Traditionsverein Real Betis Sevilla teilnimmt, wird organisiert von Match IQ. Die Agentur versteht sich als Dienstleister, der die Vereine bei der Saisonvorbereitung unterstützt. Dresden sei der ideale Ort für einen solchen Höhepunkt, sagt Nils Janzen, Direktor für Sponsoring und Marketing. „Es ist eine Region, in der sich die Fans auf solche Spiele gegen internationale Top-Mannschaften freuen.“

Der 31 Jahre alte Wiesbadener erzählt begeistert von seinem ersten Stadion-Erlebnis beim Testspiel gegen West Ham United im Juli 2012, das Dynamo mit 3:0 gewann: ausverkauftes Stadion, Flutlicht, ein Hauch von Europapokal. „Wir haben einige hochkarätige Freundschaftsspiele organisiert, aber dass die Leute noch 20 Minuten nach dem Abpfiff ihre Mannschaft feiern – das war schon Gänsehaut-Atmosphäre“, sagt Janzen. Diese Erinnerung bestimmte auch die Auswahl der Gegner für den Dresden-Cup. „Ein englischer Klub sollte unbedingt dabei sein, weil diese Art Fußball, der ehrliche Kampf, hierher passt.“

Bei den Fans des FC Everton aus Liverpool ist die Vorfreude auf den Ausflug nach Sachsen groß: Bereits gut 800 Tickets wurden auf der Insel verkauft, auch in Dresden läuft der Vorverkauf. Mit Real Betis Sevilla kommt unter anderem Ex-Nationalspieler Heiko Westermann, mit Werder gibt es ein Wiedersehen mit „Fußballgott“ Justin Eilers. Die attraktiven Gegner sind ein wichtiges Argument für Dynamo, mit Match IQ zusammenzuarbeiten. „Wenn man solch klangvolle Namen hört, ist man sofort Feuer und Flamme“, sagt Sportvorstand Ralf Minge. Allein in Deutschland betreut die Agentur 25 Erst- und Zweitligisten.

Für die Mannschaft von Trainer Neuhaus, die am Montag in die zweite Phase der Vorbereitung startet, wird der Dresden-Cup am 29. und 30. Juli zum Härtetest, bevor es gegen Nürnberg um die ersten Zweitliga-Punkte geht. Die Franken kommen dann ohne Ex-Dynamo Robert Koch. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler hat seinen Vertrag am Mittwoch aufgelöst. Wohin er wechselt, ließ Koch offen. Drittliga-Aufsteiger FSV Zwickau soll interessiert sein.