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Sachsen

Erst Spaß, dann blutiger Ernst

Zwei Frauen waren am Tatort, als Daniel H. in Chemnitz getötet wurde. Sie sind keine Hilfe beim Versuch, die Tat aufzuklären.

Wegen gemeinschaftlichen Totschlags angeklagt ist der 23-jährige Syrer Alaa S. © Pool/Ove Landgraf (Archiv)

Dresden. Zwei Zeuginnen haben am Mittwoch im Prozess um den gewaltsamen Tod von Daniel H. (35) und die schweren Verletzungen von Dimitri M. (30) ausgesagt. Es handelte sich um die Schwester und eine Schwägerin von Dimitri, die am Sonntag, 26. August 2018, nach 3 Uhr am Ort des blutigen Geschehens in der Chemnitzer City waren.

Die Zeuginnen schildern den äußeren Rahmen – doch je näher die Fragen der Vorsitzenden Richterin Simone Herberger die konkreten Taten betreffen, desto weniger berichten die Frauen. Sie waren erst bei einer Familienfeier und dann auf dem Stadtfest. Auf dem Heimweg hätten sie noch viel Spaß gehabt, trafen zufällig Daniel H., einen Freund Dimitris. H. sei später von einem arabisch aussehenden jungen Mann – sehr klein, offensichtlich nervös, als stünde er unter Drogen – nach einer Karte gefragt worden. Daniel habe ihn weggeschickt. Dann gab es einen Streit der beiden – und sofort seien viele weitere hinzugekommen. 

Was dann passierte, wollen die Frauen nicht gesehen haben. Die 24-Jährige habe ihr Pfefferspray geholt, die 34-Jährige sei in einen Hausdurchgang gegangen und habe „aus Angst“ weggesehen. Zuvor hatte sie gesagt, auch ihr Mann Juri M. sei gegen ihren Willen Dimitri zu Hilfe geeilt.

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Im Vergleich zu den ersten Prozesstagen haben weit weniger Zuschauer den Prozess verfolgt. Aus Sicherheitsgründen verhandelt die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Chemnitz in einem Saal des Oberlandesgerichts Dresden. Wegen gemeinschaftlichen Totschlags angeklagt ist der 23-jährige Syrer Alaa S., der gemeinsam mit einem weiteren Verdächtigen für die Messerstiche verantwortlich sein soll. Bei dem zweiten handelt es sich um Farhad R., einen 22-jährigen Iraker, der kurz nach der Tat untergetaucht ist. Nach ihm wird international gefahndet.

Kein Thema war an diesem vierten Sitzungstag die Ermittlungen gegen einen Dolmetscher wegen versuchter Anstiftung zur Falschaussage. Der 47-jährige Iraker soll im Herbst einen wichtigen Zeugen dieses Verfahrens dazu aufgefordert haben, seine Aussage zurückzunehmen. Erst am Dienstag wurde öffentlich bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Chemnitz Anklage gegen den Mann erhoben hatte.

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