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Erste E-Tankstelle in Coswig

© Norbert Millauer

Die Stadtwerke Elbtal haben eine Ladesäule auf dem Parkplatz Alte Feuerwache eröffnet. Die Nutzung ist ungewiss.

Von Uta Büttner

Coswig. Es ist so weit: In Coswig steht die erste Stromtankstelle. In der Nähe vom Kreisverkehr – auf dem Parkplatz Alte Feuerwache, Moritzburger Straße 2. Gestern haben die Stadtwerke Elbtal die Ladesäule offiziell mit Vertretern der Stadt eröffnet. Es ist die zweite Ladesäule der Stadtwerke. Die erste wurde 2015 am Bahnhof Radebeul-Ost in Betrieb genommen.

An der Ladestation mit einer Leistung von bis zu 22 Kilowatt können Batterien von Fahrzeugen mit einem Typ-2-Stecker aufgeladen werden. Ursprünglich war nur eine Leistung von elf Kilowatt geplant. Zwei Ladepunkte stehen zur Verfügung. Ebenso zusätzlich zwei Schuko-Steckdosen mit einer Leistung von 3,7 Kilowatt.

Zur offiziellen Inbetriebnahme stehen gleich zwei E-Autos auf dem Parkplatz in Coswig. Johannes Werner von den Stadtwerken ist mit einem Dienstwagen VW e-Golf gekommen. Er demonstriert, wie einfach die Handhabung ist: Kabel anschließen, das Auto erkennt die Tankstelle automatisch. Ladekarte an das Display der Ladesäule halten und schon startet der Ladevorgang. Die Abrechnung erfolgt über den jeweiligen Anbieter. Damit entfällt das aufwendigere Verfahren mit der Stromticket-App mit Tan eingeben. Ein Tanken mit Stromticket ist aber auch möglich.

Die Kosten für die Errichtung der E-Tankstelle betrugen laut Olaf Terno, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Elbtal, 10 000 Euro. 40 Prozent sind dabei vom Bund gefördert.

Die Ladesäule wurde auf Initiative der Stadtwerke in Coswig gebaut. Der Standort gemeinsam mit der Stadt gewählt. „Der Platz ist gut zu finden und nahe von Einkaufsmöglichkeiten“, sagt Ortsamtschef Olaf Lier. Das ist auch wichtig. Denn bis der e-Golf bei leerer Batterie vollständig geladen ist, vergehen etwa vier Stunden. Man muss aber nicht die ganze Zeit dabeistehen. Das Ladekabel wird verriegelt, sodass es von Fremden nicht entfernt werden kann. Johannes Werner ist mit dem e-Golf meist zwischen Coswig, Radebeul und Dresden unterwegs. Manchmal auch weiter. Mit einer vollen Batterie kommt er bei sparsamer Fahrweise etwa 400 Kilometer weit. Insgesamt vier E-Autos haben die Stadtwerke in ihrem Fuhrpark. Zwölf sind herkömmliche Fahrzeuge. Darunter befinden sich aber auch Transporter, die es als Elektrovariante noch nicht gibt.

Die Coswiger Stadtverwaltung hat allerdings noch kein einziges E-Auto. „Wir haben Fahrräder“, sagt Coswigs Bürgermeister Thomas Schubert scherzhaft. „Natürlich wäre die Anschaffung auch für uns in den nächsten Jahren eine Überlegung wert“, sagt er. Doch dies sei auch immer eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Immerhin kostet dieser e-Golf 30 000 bis 40 000 Euro. In den nächsten drei Jahren wird noch kein E-Auto der Stadtverwaltung unterwegs sein, da erst im vorigen Jahr die Autos gewechselt wurden.

Die Stadt freut sich, dass es die erste öffentliche Stromtankstelle gibt. Nun werde man sehen, wie sie angenommen wird. In Radebeul gab es laut den Stadtwerken 2017 gerade einmal 15 Ladevorgänge. In Coswig „muss der Standort jetzt erst einmal bekannt werden“, sagt Thomas Schubert. Extra angelegte Ausschilderungen sollen helfen, die neue Ladesäule zu finden. Doch Fakt ist, dass derzeit kaum private E-Autos unterwegs sind. Insgesamt „gibt es noch keine zehn Elektrofahrzeuge in Coswig und Radebeul“, sagt Olaf Terno. Im Landkreis sind derzeit 92 Elektrofahrzeuge und 763 Hybridfahrzeuge von 194 690 zugelassenen Autos unterwegs.

„Eine Kilowattstunde Ladeleistung kostet in Coswig rund 23 Cent“, sagt Olaf Terno. Für das volle „Auftanken“ der 30-Kilowatt-Batterie des e-Golfs bezahlt man somit etwa sieben Euro.