Teilen:

Erster Blick aufs neue Krankenhaus

© Sebastian Schultz

Die Elblandkliniken wollen in Riesa 55 Millionen Euro investieren. Der Anbau fällt ziemlich flach aus.

Von Christoph Scharf

Riesa. Wer aus Richtung Meißen nach Riesa fährt, sieht es schon kilometerweit vor der Stadt: das bunt gefleckte Hochhaus der Elblandkliniken. An dem Anblick vom Land wird sich auch wenig ändern. Denn der geplante Neubau an der Rückseite des Krankenhauses fällt ziemlich flach aus, wie ein Blick auf eine aktuelle Visualisierung des Unternehmens verrät.

Die wahre Dimension des Neubaus, der allein 20 bis 25 Millionen Euro der geplanten Gesamt-Investition von 55 Millionen Euro am Standort Riesa braucht, wird erst beim Blick auf den Grundriss klar. Dort lässt sich leicht erkennen, dass der Neubau, rot dargestellt, doppelt so viel Grundfläche einnimmt wie das vorhandene Hochhaus.

Das ist gewollt: In der neuen Notaufnahme soll sich alles möglichst ebenerdig abspielen. In Riesa weiß man besonders gut, dass das Auf und Ab der Patienten in den Fahrstühlen viel Zeit kostet. Also werden sich im neuen „Eingangstor zum Krankenhaus“, wie es Frank Ohi, Chef der Elblandkliniken, nennt, zentrale Bereiche rund um die Notaufnahme gruppieren.

Ein zweites Gerät

Rund um drei Lichthöfe, die laut Plan mit Bäumen bepflanzt werden, kommen nicht nur die Notaufnahme unter, sondern auch die Radiologie und die Linksherzkatheter. Auf der einen Seite docken die Rettungswagen an, gegenüber kommt der Eingang zur Dialyse. „Das wird eine völlig neue Struktur, die sich auf die Behandlungsqualität auswirkt“, sagt der Geschäftsführer. Zumal Riesa künftig nicht nur einen der wichtigen Linksherzkatheter hat, sondern einen Zweiten bekommt. Schließlich wird das vorhandene Gerät sehr häufig genutzt. Vor allem aber kann man mit zwei Geräten einen 24-Stunden-Dienst anbieten, weil bei eventuellen Ausfällen immer noch ein Ersatzkatheter da ist. Das wirke sich günstig auf die Vergütung durch die Krankenkassen aus: Dort gäbe es Überlegungen, künftig nur noch Krankenhäuser mit zwei Geräten angemessen zu finanzieren. „Die Investition ist wichtig für die Zukunft“, sagt Frank Ohi.

Der Teilneubau auf der Rückseite des Hochhauses gehört zu den ersten Schritten des 55-Millionen-Euro-Baupakets. Finanziert werden soll es vorerst ganz ohne Kredite: Gut 37 Millionen Euro kommen als Fördermittel. Weil davon noch die überholten Altplanungen für einen kompletten Neubau zu bezahlen sind, bleiben gut 32 Millionen Euro übrig.

Etage für Etage

Knapp 23 Millionen Euro will das öffentliche Unternehmen in den nächsten Jahren über Eigenmittel aufbringen. Parallel zum Anbau auf der Rückseite soll es im Haupthaus weiter gehen, wo Etage für Etage erneuert wird. Auch dort ist das Ziel, die notwendigen Wege zu verkürzen. So soll beispielsweise das Behandlungszimmer der HNO-Abteilung direkt auf die Station, um die Fahrten mit dem Fahrstuhl zu verringern. Außerdem legt der Geschäftsführer viel Wert darauf, dass mehr Licht ins Haus kommt. „Jetzt wirkt es auf den Fluren wie in einem Bunker ohne Tageslicht“, so Ohi. Deshalb sollen an der Seite Lichteinlässe entstehen.

Weil der Klinikstandort nicht einfach in Urlaub gehen kann, müssen sämtliche Um- und Ausbauten unter laufendem Betrieb passieren. „Das erklärt auch, warum wir insgesamt mit fünf bis sechs Jahren Bauzeit rechnen“, sagt Frank Ohi. Der Bauantrag wurde bereits gestellt und werde von der Stadt „mit Hochdruck“ bearbeitet. Die Ausschreibungen seien bereits vorbereitet, ebenso eine Informationsveranstaltung für Mitarbeiter und Anwohner. Denn aus der Nähe wird sich die Ansicht des Krankenhauses dann doch deutlich verändern.