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Hoyerswerda

Erster Platz im Fahrradklima-Test

Eine Note von 3,5 reicht in Sachsen für den Sieg. Entsprechend groß sind die Probleme.

© Archivfoto: Uwe Schulz

Hoyerswerda ist Fahrradfahrerstadt. Laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) nicht nur irgendeine, sondern die mit dem besten Fahrradklima in ganz Sachsen. Das ist jedenfalls das Ergebnis des gestern veröffentlichten Fahrradklima-Tests. Der ist laut ADFC die größte Umfrage zum Fahrradklima weltweit. Er umfasst 27 Fragen und wird seit 2012 in jedem zweiten Jahr durchgeführt. 2018 bewerteten in Hoyerswerda bei der Umfrage 102 Personen ihre Stadt nach Fahrradkriterien, deutschlandweit waren es rund 170 000.

Mit einer Gesamtbewertung der Fahrradsituation von 3,5 erreicht Hoyerswerda bundesweit bei den Städten zwischen 20 000 und 50 000 Einwohnern auf Platz 44 von 311. Aber: In keiner anderen sächsischen Stadt ist das Fahrradklima so gut wie in Hoyerswerda. Gleichzeitig ist laut ADFC immer noch viel Verbesserungspotential vorhanden. 82 % sehen den Fahrraddiebstahl als Problem in der Stadt an, während dieser Wert sachsenweit bei nur 77 % liegt. 41 % der Hoyerswerdaer fühlen sich auf dem Rad gefährdet und 70 % kritisieren die Wegführung für Radfahrende an Baustellen. Nur 11 % empfinden den Winterdienst in der Stadt als fahrradfreundlich. Was interessant ist, da Fahrradwege in Hoyerswerda im Winter prinzipiell nicht beräumt werden, sondern nur die Gehwege.

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49 % der Befragten trauen sich nicht, ihre Kinder allein mit dem Rad fahren zu lassen. Und sogar nur 41 % der Hoyerswerdaer haben das Gefühl, dass es gewünscht ist und gefördert wird, wenn Kinder mit dem Rad zur Schule fahren. 64 % finden, dass die Radwege in ihrer Stadt nicht für Kinderanhänger geeignet sind.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, sieht die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests in Hoyerswerda ambivalent: „Die Radfahrenden in Hoyerswerda sind zwar zufriedener als in den meisten anderen deutschen Städten, es gibt aber immer noch viel Luft nach oben. Beim Fahrradklima-Test haben viele Befragte deutlich gemacht, dass sie in Hoyerswerda Verbesserungspotential sehen. Wir können aber auch sehen, dass Verbesserungen honoriert werden. 81 % sind mit den geöffneten Einbahnstraßen in die Gegenrichtung zufrieden. Dieser Wert hat sich in den letzten Jahren verbessert“, sagt Krause. Die geöffneten Einbahnstraßen erhielten im Mittel die Schulnote 2,7 (2012: 3,0). Konrad Krause ergänzt, dass jedoch 64 % der Befragten eine engagierte Radverkehrsförderung vermissen. „In Hoyerswerda werden Verbesserungen anerkannt, doch es muss noch viel mehr für die Förderung des Radverkehrs getan werden. Hier sind Politik und Verwaltung weiterhin gefragt“, so Krause. Immerhin jeder dritte Radfahrer in Hoyerswerda fühlt sich als gleichwertiger Verkehrsteilnehmer (16 % sachsenweit) und 52 % wünschen sich ein härteres Vorgehen gegen Falschparker auf Radwegen (80 % sachsenweit). 66 Prozent sind in Hoyerswerda mit der Reinigung der Radwege unzufrieden (entspricht dem sächsischen Durchschnitt) und 32 Prozent empfinden die Ampelschaltungen in der Stadt als fahrradfreundlich (sachsenweit 14 %).

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