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Film-Festival mit kritischen Themen

Schüler des Lößnitzgymnasiums haben insgesamt 33 Filme produziert. Mit einer ganz besonderen Herausforderung.

© Arvid Müller

Radebeul. Was haben Auslandseinsätze der Bundeswehr, Arbeitslosigkeit, Emanzipation und Urheberrecht gemeinsam? Aus all diesen Themen kann man Filme machen, ohne einen Menschen zu zeigen. Das haben Schüler des Lößnitzgymnasiums jetzt bewiesen. An der Schule fand am vergangenen Freitag das erste Erklärfilm-Festival statt. Die Aufgabe: Einen Film zu einem vergleichsweise vielschichtigen Thema produzieren, der den Sachverhalt in drei Minuten erklärt, ohne dass Gesichter zu sehen sind.

Wer den Pfennig nicht ehrt

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Da hatte Lehrer Peter Müller, der Gemeinschaftskunde, Recht, Wirtschaft (GRW) unterrichtet, seine Schüler vor eine ziemlich große Herausforderung gestellt. „Mir war es dabei wichtig, dass die Schüler sich mit den neuen Medien beschäftigen und ihrer Kreativität hier freien Lauf lassen können“, so der Lehrer. Die Zehnt-, Elft- und Zwölftklässler haben die Aufgabe mit Bravour gemeistert, und für die besten Filme gab es sogar Geldprämien.

Aus den 33 eingereichten Beiträgen der Schüler musste die Jury drei Sieger auswählen, das Publikum durfte einen Publikumspreis verleihen.

Zu Beginn des Erklärfilm-Festivals wurden die Filme dem Publikum in der Aula des Lößnitzgymnasiums vorgeführt. Die Bandbreite der Themen reichte von „Auslandseinsatz der Bundeswehr“ über „Insolvenz“ bis zu „Werbung“.

Den ersten Platz mit 100 Euro Preisgeld belegten Pietje Meffert und Miria Himmelrath mit ihrem Film „Emanzipation“. Die Jury fand dabei sehr überzeugend, wie es den beiden Autorinnen mit einem eigenen Drehbuch und klaren Strukturen gelang, die Aussagen deutlich zu vermitteln. Und auch für das Problem mit den Gesichtern, die nicht zu sehen sein durften, fanden die Schülerinnen eine kreative Lösung: In ihrem Film übernahmen Legofiguren die Hauptrollen. Knapp vier Monate hatten die Schüler Zeit, um an ihrem Streifen zu arbeiten.

Mit dem Film „Arbeitslosigkeit“ ging der zweite Platz mit 50 Euro an Karl Wenzel und Pascal Menzel. Sie überzeugten die Jury mit ihrer künstlerischen Kreativität. Für ihre Geschichte hatten sie die Figuren alle gezeichnet. Platz drei mit 25 Euro erhielt Hanna Hoyer, die sich in ihrem Erklärvideo mit dem Thema „Urheberrecht“ beschäftigt hat. Die sehr gute Struktur und die reduzierte Ausdrucksweise fand die Jury gut. Der Publikumspreis in Höhe von 100 Euro ging an Lisa Lissowski mit dem Film „Überhangsmandate“.

Die dreiköpfige Jury bestand aus Prof. Dr. Anja Besand von der TU Dresden, Lehrstuhl für politische Didaktik, Marco Huber, Mitverantwortlicher von Radebeul-TV, und Peter, Müller Fachberater für GRW.

Den ersten Platz und den Publikumspreis in Höhe von je 100 Euro hatte das Staatsministerium für Kultus ausgelobt, der zweite Preis in Höhe von 50 Euro wurde von Prof. Dr. Anja Besand von der TU Dresden verliehen. Der Förderverein des Lößnitzgymnasiums überreichte den dritten Platz im Wert von 25 Euro.

Die Schüler, Studenten und Lehrer hatten während der Vorführung viel Spaß.„Ich bin begeistert, dass an diesem ersten Erklärfilm-Festival 60 Besucher teilgenommen haben und jeden der eingereichten Videos mit sehr viel Beifall bewertet haben“, sagte Veranstalter Müller. Ihn freut es darüber hinaus, dass Studenten der TU-Dresden vom Lehrstuhl für politische Didaktik an der Veranstaltung teilgenommen haben und für 2018 planen, auch einen Beitrag zum zweiten Erklärfilm-Festival einzureichen. „Ich hoffe, dass sich im nächsten Jahr auch noch mehr Schulen am Festival beteiligen“, so Müller. (ali)