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Aue schießt sich für Dynamo warm

Der FC Erzgebirge gewinnt eine Woche vorm Prestigeduell in Dresden gegen den Hamburger SV mit 3:0. Ein Ex-Dynamo meldet sich zurück.

Drei Treffer, zwei Torschützen: Pascal Testroet (vorn) erzielt die Führung, nach der Pause trifft dann Jan Hochscheidt zweimal.
Drei Treffer, zwei Torschützen: Pascal Testroet (vorn) erzielt die Führung, nach der Pause trifft dann Jan Hochscheidt zweimal. © dpa/Robert Michael

Der Hamburger SV bleibt in der 2. Fußball-Bundesliga auch im dritten Spiel nacheinander sieglos und rutscht langsam in eine Krise. Maßgeblich verantwortlich dafür: Erzgebirge Aue. Unerwartet deutlich mit 3:0 (1:0) gewannen die Sachsen gegen den großen Favoriten, der immerhin den Relegationsplatz verteidigte. Aue dagegen brachte sich in Schwung für das Derby am nächsten Sonntag bei Dynamo Dresden.

Vor 15 100 Zuschauern trafen Ex-Dynamo Pascal Testroet (40. Minute) und Jan Hochscheidt (75./88.) für Aue, das seinen ersten Sieg in diesem Jahr feierte. HSV-Profi Gideon Jung (58.) sah nach einer Schwalbe im Strafraum die Gelb-Rote Karte.

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Der HSV agierte nach der Derby-Pleite gegen St. Pauli zunächst sehr vorsichtig. Die erste Chance hatte Aue durch Testroet (28.) per Hacke, der Ball ging knapp vorbei. Doch die deutlich mutiger spielenden Gastgeber belohnten sich. Clemens Fandrich zog aus der Distanz ab, Testroet stellte sich in die Flugbahn des Balles und schloss völlig frei stehend aus kurzer Distanz ab. Der HSV hatte erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit eine Chance, doch Aue-Keeper Martin Männel hielt den Kopfball von Jordan Beyer.

Und Aue machte weiter. Ein Schuss von Hochscheidt (57.) verfehlte nur knapp das Tor. Im Gegenzug ließ sich der bereits verwarnte Jung im Auer Strafraum fallen und kassierte einen Platzverweis. Der FCE nutzte die Überzahl konsequent, Hochscheidt verwandelte mit einem satten Schuss in die lange Ecke eine seiner vielen Chancen. Kurz vor Schluss wurde der Mittelfeldspieler nicht angegriffen und traf aus knapp 20 Metern zum Endstand. 

Testroet freut sich schon aufs Wiedersehen

"Unsere Herangehensweise gegen den individuell stark besetzten HSV war sehr gut. Wir haben sie schon früh unter Druck gesetzt, so dass sie nicht ihr Spiel aufziehen konnten. Das war der Schlüssel zum Erfolg", analysierte Testroet danach.

Der 29 Jahre alte Angreifer war mit einem Treffer und einer Vorlage neben dem zweifachen Torschützen Hochscheidt (74., 88.) der Mann des Spiels. "Tore sind immer toll, aber an so einem Tag fühlt sich das besonders gut an. Beim 1:0 stand ich einfach da, wo ich stehen soll. Eben ein typisches Tor für mich, diesen Riecher zu haben", schilderte Testroet die Szene, die in der 39. Minute den Sachsen vor 15 100 Zuschauern die Führung brachte.

Seine Qualitäten konnte der Mittelstürmer in den vergangenen Wochen nur selten demonstrieren. Am 22. November 2019 hatte Testroet beim 3:1 gegen St. Pauli zuletzt getroffen. Anschließend folgte für ihn eine ungewöhnlich lange Leidenszeit. Weil Trainer Dirk Schuster in der Offensive neue Akzente setzen wollte, verfolgte Testroet die Spiele im Dezember komplett von der Bank aus. Erst seit dem 16. Februar gehört der Knipser wieder zur Auer Startelf.

Doch der Torjäger wollte weniger zurückblicken, sondern vielmehr nach vorn schauen. Am Sonntag wartet auf Testroet und den FC Erzgebirge bei Dynamo Dresden die nächste reizvolle Aufgabe. "Dynamo war durch den Sieg in Regensburg am Freitagabend kurzzeitig auf zehn Punkte an uns herangerückt. Die Dresdner haben mit Sicherheit etwas damit geliebäugelt, dass es nach dem Derby vielleicht nur noch sieben Punkte hätten sein können. Deswegen war dieser Sieg so wichtig für uns. Jetzt haben wir ein tolles Spiel vor der Brust", sagte Testroet. (dpa)