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Dynamo

Die Sorgen des Ex-Dynamos in Aue

Zuletzt war Pascal Testroet nur noch Bankdrücker beim FC Erzgebirge. Jetzt kämpft sich der beste Angreifer der Vorsaison langsam wieder zurück.

Endlich wieder Spielpraxis: Pascal Testroet kommt beim Heimspiel gegen Bielefeld am vergangenen Freitag für den verletzten Florian Krüger in die Partie.
Endlich wieder Spielpraxis: Pascal Testroet kommt beim Heimspiel gegen Bielefeld am vergangenen Freitag für den verletzten Florian Krüger in die Partie. © dpa

Tore und Vorlagen sind für Pascal Testroet im Moment nicht die wichtigsten Statistiken. Dabei werden Stürmer gern daran abgerechnet. In der vergangenen Saison erreichte der Angreifer noch Topwerte. Mit 15 Toren war er der erfolgreichste Profi beim Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue. 

Doch inzwischen zählen für Testroet andere Fakten. „Dass ich wieder spielen darf, macht mich sehr glücklich. Mit den Einsätzen kommen ganz sicher auch die Tore“, sagt er. Und tatsächlich: Der 29-Jährige kann wieder lachen, er wirkt deutlich gelöster als noch vor wenigen Wochen.

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Vor allem im Winter-Trainingslager in Spanien war Testroet der Frust anzumerken. Auslöser war die Phase vor der Winterpause. In den Spielen gegen Hannover, Regensburg und Fürth saß der Stürmer nur auf der Bank, wurde nicht mal eingewechselt. 

Der Trainer ließ ihn nicht gehen

„Dass ich am Ende der Hinserie nicht mehr gespielt habe, war sehr unbefriedigend für mich. Wenn man nicht gebraucht wird, dann ist es völlig klar, dass das am Selbstvertrauen nagt. Nicht zu spielen, macht jeden Fußballer unglücklich“, hatte Testroet, der seinen Vertrag bei den Veilchen erst im vergangenen Sommer trotz guter Angebote bis Ende Juni 2023 verlängert hatte, im Januar gesagt.

Trainer Dirk Schuster hatte Testroets Nicht-Berücksichtigung damit begründet, nach der 0:2-Niederlage Ende November in Bochum in der Offensive neue Impulse setzen zu wollen: mehr Tempo, Wucht und Trickreichtum. „Das war aber keine Entscheidung gegen irgendjemanden“, betonte Schuster.

Die Heimsiege gegen Regensburg und Fürth gaben dem Trainer zumindest anhand der Ergebnisse Recht. Dass Testroet und sein Tor-Instinkt noch gebraucht werden, wusste auch Schuster. „Mein Gedanke war nicht, Paco abzugeben“, stellte der Trainer klar.

Der Präsident bittet zum Gespräch

Um letzte Zweifel und aufkommende atmosphärische Störungen zu beseitigen, holte Vereinspräsident Helge Leonhardt Trainer und Torjäger vor dem Rückrundenstart zusammen. „Wir haben uns alle an einen Tisch gesetzt und ein gutes Gespräch geführt“, sagte Testroet, der in der laufenden Zweitliga-Saison bislang vier Treffer erzielte und drei Vorlagen beisteuerte.

Aus der ersten Runde des DFB-Pokals kommen zwei weitere Tore und ein Assist hinzu, die ihm bei der Partie gegen Wacker Nordhausen gelungen waren. Doch sein letztes Erfolgserlebnis datiert inzwischen schon vom 22. November, als er beim 3:1 gegen den FC St. Pauli mit einem Rechtsschuss den Endstand markierte.

In den ersten beiden Partien nach der Winterpause beim SV Wehen Wiesbaden und gegen Arminia Bielefeld wurde der Angreifer, der im Sommer 2018 vom Erzrivalen Dynamo Dresden ins Erzgebirge gewechselt war, von Schuster jeweils in der zweiten Hälfte eingewechselt.

Pacos Traum von der Mercedes-Benz-Arena

Auch wenn Testroet dabei ohne Torerfolg blieb und noch nicht wieder die erste Wahl im Auer Sturm war, fühlt er sich in seiner kämpferischen Einstellung bestätigt: „Ich bin auf dem richtigen Weg und hoffe jetzt auf weitere Einsätze.“

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In Dresden war der Stürmer nicht mehr gewollt, nun schießt er Tore ausgerechnet beim Erzrivalen im Erzgebirge – ein Besuch vor dem Wiedersehen.

Für welche Offensiv-Variante sich Schuster am Samstag im Auswärtsspiel der in diesem Jahr noch torlosen Auer beim VfB Stuttgart entscheidet, ist völlig offen. „Wir haben sehr gute Stürmer im Kader und in der vorderen Position immer die Qual der Wahl. Wir müssen auch auf den Gegner gerichtet agieren“, äußerte der Trainer.

Testroet wäre gern dabei: „In Stuttgart aufzulaufen, ist ein Traum von mir. Ich habe in meiner Karriere noch nie in der Mercedes-Benz Arena gespielt.“ (dpa)