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Vorbereitung auf den Ernstfall

Das Landratsamt will eine breite Front gegen die Schweinepest aufbauen. Anfang Mai saßen alle Akteure an einem Tisch.

© Norbert Millauer

Frau Plischke, die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch, demnächst auch in unserem Landkreis?

Ich hoffe es nicht, aber ich rechne damit. Es kann jeden Tag passieren. Wir müssen uns auf den Ernstfall vorbereiten. Es hat keinen Sinn, die Augen vor der Seuche zu verschließen und sie nicht sehen zu wollen.

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Anfang Mai hat das Veterinäramt ein Forum mit Vertretern des sächsischen Verbraucherschutzministeriums, der Forstverwaltung, der Bauern und der Jäger zur Schweinepest abgehalten. Worum genau ging es da?

Es ging darum, die Sorgen und Sichtweisen auszutauschen und Gedanken zu entwickeln, was zu tun ist, wenn uns die Seuche trifft. Das Veterinäramt kann nicht alleine gegen die Schweinepest kämpfen. Das funktioniert nur gemeinsam, vor allem mit den Landwirten und den Jägern.

Wenn es um den Abschuss von Wildschweinen als Überträger der Pest ging, waren Bauern und Jäger bundesweit im Zwist: Die einen forderten mehr Abschüsse, die anderen klagten, dass sie durch „Vermaisung“ der Landschaft kaum noch Wildschweine sehen. Ging es zum Forum auch hoch her?

Wir hatten mit emotionalen Ausbrüchen gerechnet und waren ein wenig vorsichtig. Es hat uns dann positiv überrascht, dass es nicht dazu kam. Es ist ganz wichtig, dass sich Bauern und Jäger unterhalten. Nur wenn alle konstruktive Vorschläge machen, werden wir das Problem lösen. Diese Botschaft ist, denke ich, angekommen. So wurde darüber gesprochen, dass in den Feldern Schneisen geschlagen werden, damit sich den Jägern mehr Möglichkeiten bieten, zum Schuss zu kommen.

Wie ist die Stimmung bei den Betrieben, die Hausschweine halten?

Die Schweinehalter sind sehr besorgt. Im Falle des Ausbruchs der Seuche würden Handel und Transport von Hausschweinen und Fleisch sehr stark limitiert. Zusätzliche Kosten für Untersuchungen und anderes würden entstehen. Da die Gewinne beim Schweinefleisch ohnehin schon nicht die größten sind, fürchten manche Betriebe, dass sie dann aufgeben müssten.

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Wie geht es jetzt weiter?

Das Forum war ein erstes Beschnuppern. Jetzt werden Arbeitsgruppen gebildet, die konkrete Maßnahmen erarbeiten, sodass wir im Seuchenfall nur die Checkliste in die Hand nehmen und loslaufen müssen.

Das Gespräch führte Jörg Stock