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Es hat sich ausgegrünt

Dieses Jahr ist für die Salatbar „Grünzeugs“ auf der Hauptstraße Schluss – nicht ganz freiwillig.

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© René Meinig

Von Sarah Grundmann

Gerhard Trömper hat das gesunde Essen zu seinem Beruf gemacht: Seit fünf Jahren ist er der Geschäftsführer von „Grünzeugs“. Was damals mit 40 Quadratmetern in der Hauptstraße begonnen hat, ist mittlerweile zu einer wahren Fast-Green-Food-Kette mit mehreren Filialen in Deutschland und Österreich geworden. Salat, Smoothies, Säfte und andere gesunde Snacks stehen auf der Speisekarte. Bald sollen in Münster, Jena und Klagenfurt weitere Standorte hinzukommen. Um die Filiale in Dresden steht es hingegen schlecht: Ende Oktober gehen dort die Lichter aus.

Denn Trömper hat den Pachtvertrag mit der Vonovia gekündigt. Allerdings nur halb freiwillig: Denn der Unternehmer ist sich sicher, dass sein Vermieter ihn Ende des Jahres ohnehin vor die Tür gesetzt hätte. „Die Gagfah, die jetzt zur Vonovia gehört, wollte das Objekt schon immer an einen Gesamtmieter verpachten“, sagt der Gastronom. Früher gab es in dem markthallenähnlichen Objekt noch mehr Vielfalt: Ein Gemüse- und Obststand, ein Fleischer, ein Bäcker – alle haben sie vor einigen Jahren das Feld geräumt. Geblieben ist nur seine Filiale sowie ein asiatischer Imbiss. Online wurden sowohl die Teil- als auch die Gesamtfläche mehrfach angeboten. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass eine Pizzeria einziehen soll. Also hakte Trömper beim Vermieter nach: „Telefonisch wurde mir bestätigt, dass es zu dem Objekt Verhandlungen gibt“, sagt er. Doch auf den Rausschmiss wollte der 62-Jährige nicht warten, kündigte kurzerhand selber. In Dresden – wo alles begann – möchte er trotzdem bleiben, am liebsten rund um die Königstraße. „Es gibt schon ein paar Ideen und auch Gespräche, noch ist aber nichts spruchreif“, sagt der Gastronom.

Auf SZ-Anfrage bestätigt Vonovia-Sprecherin Bettina Benner, dass es neue Pläne für das Objekt gibt. Konkretes kann sie dazu noch nicht sagen. Es sei aber richtig, dass der Mietvertrag mit dem Asia-Imbiss vonseiten des Wohnungsunternehmens nicht verlängert wurde. „Grünzeugs hätten wir hingegen gerne in die neue Idee integriert und bedauern, dass vom Geschäftsführer die Kündigung kam“, so Benner.