Riesa
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Es läuft rund auf der Eisbahn

Eine 19-jährige Eisprinzessin aus Dresden gibt in Riesa Schlittschuh-Kurse.

Von Christian Kluge
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Junioren-Sachsenmeisterin Paula Nikolajczyk aus Dresden (Mitte mit hellbraunem Schal) übt hier mit den beiden Riesaerinnen Lena (vorn rechts) und Paula (dahinter).
Junioren-Sachsenmeisterin Paula Nikolajczyk aus Dresden (Mitte mit hellbraunem Schal) übt hier mit den beiden Riesaerinnen Lena (vorn rechts) und Paula (dahinter). © Sebastian Schultz

Sonnabend, 12.30 Uhr. Der SZ-Reporter findet sich pünktlich eine halbe Stunde vor dem Start des neuen Eislaufkurses auf der tiefgekühlten Fläche an der Riesaer Klosterweihnacht ein – und sieht im Regen erst einmal nicht viele Menschen. Nur ein Mädchen ist auf Schlittschuhen unterwegs. Gelegentlich zieht es ihm im wahrsten Sinne des Wortes die Beine weg, aber die junge Dame mit der rosa Strickmütze rappelt sich immer wieder zügig auf.

Doch der Besucherandrang ändert sich in den nächsten Minuten. Eltern kommen mit ihren Kindern, Schlittschuhe werden angeschnallt und dann trifft auch Paula Nikolajczyk ein – die neue Eisprinzessin der Riesaer Eislaufbahn. Patricia Kühne, die 2018 den Interessierten beim Schlittschuhlaufen gute Tipps gab, ist inzwischen bei Holiday on Ice unterwegs. Aber: „Für unsere Aktion HeiSZ auf Eis am 18. Dezember konnte ich sie trotzdem gewinnen“, freut sich Torsten Pilz. Am Mittwoch gibt es dann für die Teilnehmer schöne Preise.

Der 47-jährige Pilz ist der Chef von Event Talent Riesa und sozusagen der „Verursacher“ der Eisbahn, die seit acht Jahren die Klosterweihnacht der Elbestadt bereichert. Der Organisator, der in Jahnishausen zuhause ist, möchte natürlich auch zur Klosterweihnacht 2020 wieder seine Eisbahn aufbauen. „Wenn die Sponsoren mitziehen, schreit das natürlich nach einer Wiederholung“, sagt Pilz, der mit dem bisherigen Besuch zufriedener ist als im Vorjahr, als häufiger Regen störte.

Derweil ist die 19-jährige Paula Nikolajczyk schon mit ihren sieben Schützlingen beschäftigt, die am Sonnabend ihre Fähigkeiten im Eislaufen verbessern wollen. Fünf Mädchen und zwei Jungs sind auf den scharfen Kufen unterwegs – mit unterschiedlichem Erfolg.

Der Jüngste ist sechs Jahre alt

Jüngster Teilnehmer ist Till Weinschröder aus Hahnefeld bei Stauchitz. Am Anfang hält sich der Sechsjährige vor allem an einem Hilfsmittel fest – dem Pinguin auf Skiern. Mutti Linda verfolgt das Ganze von der Bande aus und sagt: „Paula hat wirklich sehr viel Geduld.“ Die beugt sich derweil zum jungen Schlittschuhläufer hinunter und fragt: „Willst du mal an meiner Hand laufen.“ Antwort: „Nö, lieber Pinguin.“ Na ja, beim Blick auf die Eisprinzessin dürfte Till 13 Jahre später sicher eine andere Antwort gegeben haben. Aber so kurvt die schlanke Blondine eben weiter zum zweiten Jungen, der ebenfalls am Pinguin unterwegs ist.

Anders die fünf Mädels, die wissbegierig die Übungen der Junioren-Sachsenmeisterin nachmachen. „Wir haben rückwärtslaufen gelernt“, strahlt die zwölfjährige Lena aus Riesa, die mit ihrer Freundin Paula auf dem Eis unterwegs war. „Ich habe auch schon 2018 einen Kurs hier mitgemacht und gehe öfter hierher zum Eislaufen. Und ich fahre gerne auch mal zur Eisdisco nach Dresden.“ Freundin Paula, die im Gegensatz zu Lena schon richtige Eiskunstlauf-Schlittschuhe an den Füßen hat, sagt nach der Trainingsstunde: „Mit denen lässt sich schon besser laufen. Und ich habe auch technische Verfeinerungen gelernt.“

Zurück zur Kursleiterin. Was hat denn Paula Nikolajczyk eigentlich zum Eiskunstlauf gebracht? „Ich mache das seit 15 Jahren und habe in meiner Heimatstadt Grimma damit angefangen. Die Halle dort gibt es allerdings nicht mehr. Von der fünften bis neunten Klasse war ich dann in Chemnitz und habe dort Eiskunstlauf trainiert. Danach bin ich ans Sportgymnasium Dresden gewechselt und mache nächstes Jahr mein Abitur.“ Trainerin der jungen Frau ist inzwischen Evelyn Gutzeit, die ihren Schützling schon zum Junioren-Sachsenmeistertitel geführt hat.

„Nächstes Jahr starte ich auch bei der Deutschen Junioren-Meisterschaft“, sagt Nikolajczyk. Und was ist ihr Lieblingssprung? „Der dreifache Toeloop.“ Aber mit solchen Kunststücken haben sich am Sonnabend die Nachwuchs-Eisläufer erst mal nicht beschäftigt. Kursleiterin Paula: „Aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht hier.“ Das war auch den Teilnehmern anzusehen.

Zeiten und Preise

Bis 22. Dezember hat die Eisbahn Montag bis Donnerstag 14-20 Uhr, Freitag 14-21 Uhr, Sonnabend 10-21 Uhr, Sonntag 10-20 Uhr geöffnet.

Am 23. Dezember ist sie von 10-19 Uhr offen. Heiligabend 10-13 Uhr, 25./26. Dezember 10-19 Uhr, 27.-30. Dezember 10-19 Uhr, Silvester 10-14 Uhr, Neujahr 14-19 Uhr, 2.-5. Januar 10-19 Uhr.

Der Eintritt kostet zwei Euro pro Tag. Schlittschuhe werden direkt neben der Eisbahn zum Preis von 2,50 Euro für die erste Stunde verliehen. Jede weitere kostet dann einen Euro.