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Es mangelt an Schiedsrichtern

Ob Handball, Basketball oder Fußball: Sportverbände in Sachsen beklagen einen zunehmenden Mangel an Schieds- und Kampfrichtern.

© Symbolfoto: dpa

Von Jörg Aberger

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Leipzig. Ob Handball, Basketball oder Fußball: Sportverbände in Sachsen beklagen einen zunehmenden Mangel an Schieds- und Kampfrichtern. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Erschwert wird die Situation dadurch, dass sich die Unparteiischen öfter Anfeindungen ausgesetzt sehen. „Hier spielen im Jugendbereich oftmals die Eltern eine unangenehme Rolle“, sagte Jens Seifert, Schiedsrichterwart beim Handball-Verband Sachsen. Auch die geringen Aufwandsentschädigungen bieten zum Teil keine Anreize.

1197 Schiedsrichter zählt der Handball-Verband, davon sind 218 weiblich. „Bei vielen Vereinen ist die Besetzung von Mannschaften wichtiger, so dass dann Funktionäre, Zeitnehmer, Sekretäre und Schiedsrichter das fünfte Rad am Wagen sind“, erklärte Seifert. In allen vier sächsischen Spielbezirken fehlen Schiedsrichter. „Es ist teilweise unattraktiv, Beschimpfungen und Anfeindungen sind an der Tagesordnung“, sagte Seifert.

Beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) ist sogar eine sogenannte Task Force gebildet worden, die dem Problem des Schiedsrichtermangels auf den Grund gehen soll. Nach Angaben des SFV wurden auf Landes- und Kreisebene auch in dieser Saison viele Fußball-Vereine mit Sanktionen belegt, weil sie nicht die erforderliche Zahl von Unparteiischen benannten. Geldstrafen oder Punktabzüge seien die Folge. Die Vorschläge der Gruppe sollen von Obleuten der Kreise bis Ende Januar bearbeitet und in die Schiedsrichterordnungen aufgenommen werden. Im Februar will die Task Force über konkrete Maßnahmen beraten.

„Es ist sehr schwer, Nachwuchs zu gewinnen“, sagte Angelika Marusch, Geschäftsführerin des Basketballverbands Sachsen. Mit seinen Schiedsrichtern komme der Verband „gerade so hin, wir bräuchten aber mehr“. Um die 25 zusätzliche Unparteiische seien im Jahr notwendig, um Abgänge auszugleichen. Dabei seien auf den unteren Spielebenen die Probleme geringer als weiter oben. „Ab Landesliga und Oberliga wird es dünner“, sagte Marusch. Dass die Aufwandsentschädigung je nach Spielklasse zwischen 15 und 30 Euro betrage, mache die Funktion nicht unbedingt attraktiver. Nur eine Fahrkarte zum Spielort werde zusätzlich bezahlt.

Besser sieht es beim Judoverband im Freistaat aus, der nach Angaben von Referent Uwe Sladek über 126 aktive Kampfrichter verfügt. Die Unparteiischen aus Sachsen werden seinen Worten zufolge von der Kreis- über die Landes- und Bundesliga bis hin zu internationalen Turnieren eingesetzt. „Wir können unsere offiziellen Wettkämpfe absichern und unterstützen auch andere Landesverbände bei ihren Turnieren“, erklärte Sladek. Sein Tipp: „Bei der Nachwuchsarbeit muss man halt dran bleiben.“ Im Schnitt würden jährlich 12 Kampfrichter ausgebildet, von denen etwa ein Drittel über die Jahre hinweg dem Kampfrichterwesen erhalten blieben. Hauptgründe für den Schwund seien die Arbeit und die „Stresssituationen auf der Matte.“ (dpa)

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