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Es sind nicht nur die Pfeifen

Der Einbau der Orgelpfeifen verschiebt sich. Denn es gibt noch so viel anderes an der alten Orgel zu reparieren.

© Dirk Zschiedrich

Von Katharina Klemm

Dohna. Diesmal sind sie zu dritt angerückt: die Orgelbauer in der Dohnaer Kirche. Denn zu tun gibt es genug. Die Orgel ist in ihre Einzelteile zerlegt über die ganze Empore verteilt. Die Pfeifen aus Zinn und Holz lagern im unteren Bereich der Kirche, auch in der Fürstenloge. Und sie warten. Denn eigentlich sind sie fertig gereinigt und sollten schon ab letzter Woche wieder eingebaut werden. Doch zuvor müssen sich die Orgelbauer um Ekkehard Glaubitz noch um viele andere Baustellen kümmern. Die seien erst durch den Ausbau der Pfeifen zutage getreten und zugänglich geworden, erklärt der Experte von der Firma Hermann Eule Orgelbauer, deren Gründer die Dohnaer Orgel baute. Dass letztendlich so viel gemacht werden muss, war so nicht absehbar, sagt er. Vor allem müssen sie viele Teile flicken oder erneuern.

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Die Lederpulpeten zum Beispiel. Sie sehen aus wie kleine Mützchen, sind aber ein wichtiges Dichtungsteil im Inneren des Musikinstruments. Durch sie hindurch wird ein Draht geführt, durch den letztendlich die Register eingeschaltet werden, erklärt Lukas Neumann. Er schaut sich die alten Pulpeten genau an. Viele von ihnen sind spröde geworden und stellenweise gebrochen. „Kein Wunder“, sagt er. „Leder hält nur etwa 40 bis 50 Jahre.“ Aus einem großen Lederstück schneidet er kleine, rundliche Teile aus und bringt sie in die gewünschte Form.

An die Dichtungsmützchen kommt er nur, weil die sogenannten Wellenbretter komplett ausgebaut wurden. Drei Stück sind es an der Zahl. Sie setzten sich aus vielen dünnen, aber langen Brettchen zusammen und stellen die Verbindung zwischen Klaviaturtasten und den Orgelpfeifen her. Auch sie müssen komplett überarbeitet werden. Eine Sisyphos-Arbeit, die der Dritte im Bunde, Fabian Zocher übernimmt. Unterstützt wird das Team auch in Bautzen. Dort kümmert sich ein vierter Mann um einige Teile, die in der Kirche nicht bearbeitet werden können.

Wichtig für den Klang der frühromantischen Orgel von 1896 ist, dass jegliche ausgeschlagenen Teile wiederhergerichtet werden, so Ekkehard Glaubitz. „Sämtliche Lagerstellen müssen leichtgängig sein, aber dürfen auch kein Spiel aufweisen.“ Da geht es um Millimeter. Denn sonst klappert am Ende doch wieder etwas. Und genau das soll die Sanierung ja beseitigen.

Bis die Pfeifen dann eingebaut werden, dauert es noch etwa drei Wochen, vermutet Orgelbauer Ekkehard Glaubitz. In Verzug werde man mit dem Zeitplan aber nicht kommen. Wie geplant soll die Orgel zum ersten Advent erstmals für das Publikum neu erklingen.