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„Es wurde Tacheles geredet“

Hainsbergs Trainer Knut Michael hat sein Team nach schlechtem Start auf Kurs geführt. Platz eins ist nach wie vor das Ziel.

Von Jens Jahn
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Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: Je kälter die Temperaturen wurden, umso besser spielten die Hainsberger.
Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: Je kälter die Temperaturen wurden, umso besser spielten die Hainsberger. © Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Der Hainsberger SV legte in der laufenden Saison der Fußball-Landesklasse einen Fehlstart nach Maß hin. Nach drei Spieltagen lagen die Freitaler mit null Punkten und einem Torverhältnis von 3:10 auf einem Abstiegsplatz. Doch die Männer um Coach Knut Michael strafften sich – ab dem vierten Spieltag gab es bis zum Ende der Halbserie keine einzige Niederlage mehr, stattdessen sieben Siege und zwei Unentschieden. Der Trainer zieht im SZ-Interview ein Resümee, blickt optimistisch auf die zweite Saisonhälfte und ärgert sich über die häufigen Spielpausen.

Herr Michael, der Hainsberger SV überwintert als Tabellen-Dritter in der Landesklasse Mitte. Zu Beginn der Saison sah es aber nicht danach aus ...

Ja, die ersten drei Punktspiele gingen gründlich daneben. Man darf nicht alle drei verlieren. Wichtig war aber, dass die Jungs sich selbst aus der Misere gezogen haben und ab dem vierten Spieltag keine Partie mehr verloren haben.

Wie kam es zu diesem Fehlstart?

Wir hatten eigentlich eine richtig gute Vorbereitung. Die Trainingsbeteiligung war sehr gut. Vielleicht lastete nach dem zweiten Rang der Vorsaison zu viel Last auf den Spielern. Es war sicher eine Frage der Mentalität. Als es nicht so lief, wurde schnell verkrampft. Fehler schlichen sich ein.

Gab es harte Worte nach den drei Niederlagen?

Sicherlich wurde auch Tacheles geredet. Jedem musste klar sein, dass mit 80- oder 90- prozentiger Leistung nichts zu holen ist. Die Jungs wurden quasi wachgerüttelt. Und das half ja bestens.

Ist mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Freiberg der Zug in Richtung Staffelsieg schon abgefahren?

Nein, das glaube ich nicht. Wir haben den Staffelsieg nicht abgeschrieben. Natürlich wird die Begegnung in Freiberg am zweiten Spieltag der Rückrunde ein Gradmesser werden. Da muss man nichts schönreden, wenn wir dort verlieren, ist der Zug wirklich abgefahren.

Sie liebäugeln also noch mit Platz eins?

Na klar, wenn man zur Saisonhälfte auf Rang drei platziert ist, muss man schon nach vorn schauen. Die letzten Wochen mit der Erfolgsserie haben unheimlich viel Spaß und Appetit auf mehr gemacht. Daran wollen wir anknüpfen. Wir wollen einfach besser aus den Startlöchern kommen und noch einmal richtig Gas geben.

Neben Marian Weinhold und Markus Weise hat sich im Verlauf der Hinrunde mit William Wessely ein weiterer Torjäger herauskristallisiert. Überrascht Sie seine Entwicklung?

Überrascht würde ich nicht sagen und man darf es auch nicht überbewerten. Er ist mit 18 Jahren ins Team gekommen, hat natürlich einen großen Sprung nach vorn gemacht. Keine Frage, aber er muss nun auch in der Rückrunde seine Leistung stabilisieren. Und auch weiterlernen. Dabei ist er auf einem sehr guten Weg.

Wird es personelle Änderungen in der Winterpause geben?

Nach dem momentanen Stand bleibt der Kader, so wie er ist. Ich hoffe sehr, dass Felix Böhme und Erik Schütze zurückkehren. Felix hatte sich einen Muskelbündelriss zugezogen. Erik leitete unter einer Herzmuskelentzündung. Beide werden wieder ins Training einsteigen.

Wann beginnt die Vorbereitung?

Wir starten am 24. Januar mit der Vorbereitung auf die Rückrunde. Als Testspielgegner stehen bereits der Dresdner Stadtoberligist SpVgg Löbtau am 23.1. sowie der Großenhainer FV am 15.2. fest. Zwischendurch sind wir auch im Trainingslager.

Ist die Pause bis zum ersten Rückrundenspieltag am 9. März zu lang?

Es ist schwierig. Im Winter hat man eine sehr lange Pause, im Sommer hingegen meist nur zwei, drei Wochen. Was mich ärgert ist, dass unser Spielplan mit nur 13 Mannschaften genauso ausgelegt ist wie der Spielplan der Nord- und West-Staffeln mit 16 Teams. Dadurch hat man innerhalb der Saison viele freie Wochenenden. Da müsste eine Lösung gefunden werden.

Das Gespräch führte Jens Jahn.