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Esa plant Müllabfuhr im All

Die europäische Weltraumagentur will im All aufräumen. Mit einer neuen Mission soll die Gefahr von Kollisionen verringert werden. Es geht auch um Geld.

Das computergenerierte Bild der European Space Agency (Esa) zeigt Weltraummüll früherer Weltraummissionen, der neben intakten Satelliten um die Erde kreist.
Das computergenerierte Bild der European Space Agency (Esa) zeigt Weltraummüll früherer Weltraummissionen, der neben intakten Satelliten um die Erde kreist. © Esa/dpa

Paris. Die Weltraumagentur Esa hat vor den Gefahren durch Weltraumschrott gewarnt und will mit einer neuen Mission im All aufräumen. Täglich gebe es über hundert Kollisionswarnungen im Operationszentrum der Esa in Darmstadt, sagte Rolf Densing, Esa-Direktor für Missionsbetrieb, am Mittwoch am Rande der Esa-Neujahrspressekonferenz in Paris. Denn Trümmer können mit aktiven Satelliten kollidieren und diese beschädigen. Die Ausweichmanöver verursachen demnach hohe Kosten. Denn sie benötigten Treibstoff, was wiederum die Lebenszeit der Satelliten verkürze, so der Experte.

Im Auftrag der Esa soll ab 2025 erstmals ein Schweizer Start-up mit einem Raumfahrtfahrzeug die Oberstufe einer europäischen Vega-Rakete einfangen. Diese sogenannte Vespa fliegt seit dem Flug einer Trägerrakete Vega im Jahr 2013 durchs All. Der Müllentsorger soll einen eigenen Motor haben und so direkt wieder die Umlaufbahn verlassen können. Er verbrennt dann gemeinsam mit der Vespa in der Erdatmosphäre. "Es ist ein revolutionäres Programm", sagte Esa-Chef Jan Wörner. "Wir räumen auf und vermeiden zusätzlichen Müll." Folgemissionen sollen dann noch größere Aufgaben übernehmen.

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Esa-Chef Wörner äußerte sich auch zur Diskussion über einen deutschen Weltraumbahnhof. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte im vergangenen Jahr wohlwollend auf den Wunsch der deutschen Industrie reagiert und angekündigt, einen solchen Vorschlag prüfen zu wollen. "Mit uns ist man da bisher nicht in der detaillierten Diskussion", sagte Wörner.

Auch die Zukunft von Astronaut Alexander Gerst ist Wörner zufolge bisher noch offen. "Er (...) hat noch keinen Beschluss gefasst: Will er in der Raumfahrt als solches bleiben? Will er in einen ganz anderen Bereich gehen? Oder sollten wir sogar versuchen, für ihn einen weiteren Flug zu machen? Jung genug ist er", so Wörner. Man überlege gemeinsam, wie es weitergehe. Der 43-jährige "Astro-Alex" war der erste deutsche Kommandant der Internationalen Raumstation ISS und ist der Deutsche, der am längsten im Weltraum war. (dpa)