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Essstörungen sind allgegenwärtig.

Unter die Störungen fallen Magersucht, Bulimie und das Binge Eating, aber auch Mischformen der Krankheitsbilder. 

Menschen, die unter einer Essstörung leiden, beschäftigen sich gedanklich und emotional ständig mit dem Thema Essen.
Menschen, die unter einer Essstörung leiden, beschäftigen sich gedanklich und emotional ständig mit dem Thema Essen. © Deedee86/pixabay.com

Die Zahl der an Essstörungen erkrankten Menschen steigt

Die Zahlen sprechen für sich, die Anzahl der essgestörten Personen steigt. Inzwischen leiden zwischen 30 und 50 von 1.000 betrachteten Personen an einer Essstörung. Mit der Zahl der Erkrankten steigt auch die Zahl der Anlaufstellen für Menschen mit Magersucht, Bulimie oder eine Binge-Eating-Störung. Auch online auf Portalen wie schlanke-list.de haben Betroffene die Möglichkeit Hilfe auszusuchen. Der Anstieg an Anlaufstellen beweist den Anstieg an Neuerkrankungen.

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Je nach Form der Essstörung trifft es vor allem junge Erwachsene oder Jugendliche. Magersucht beginnt meist in der Pubertät, während Bulimie und die Binge-Eating-Störung erst im frühen Erwachsenenalter beginnen. Etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren zeigen verschiedene Symptome von Essstörungen. Dabei sind Mädchen und Frauen häufiger betroffen als Jungen und Männer. Männliche Betroffene dürfen allerdings auf keinen Fall unterschätzt werden, denn die Dunkelziffer in dieser Betroffenengruppe ist sehr hoch.

Beim Krankheitsbild der Magersucht rechnet man mit neun bis 15 Neuerkrankungen bei 100.000 betrachteten Frauen innerhalb eines Jahres. Männliche Neuerkrankungen gibt es in einem von 100.000 Fällen. Ein Blick auf die Zahlen rund um Bulimie zeigt, dass die Zahl mit 12 bis 20 Neuerkrankungen unter denselben Bedingungen wesentlich höher ist als bei der Magersucht. Das gilt auch für Neuerkrankungen männlicher Betroffener, mit einem Durchschnitt von einer bis zwei neu erkrankten Personen. Für die Binge-Eating-Störung, bei der es zu Essattacken mit der Folge von Übergewicht kommt, liegen noch keine Zahlen vor. Auch Zahlen für Mischformen der Essstörungen liegen nicht vor.

Warum steigt die Zahl der an Essstörung Erkrankten?

Es gibt diverse Gründe für den Anstieg an Menschen, die unter einer Essstörung wie Magersucht oder Bulimie leiden. Die Krankheiten haben einen psychischen Ursprung, aber auch biologische Aspekte wir die Genetik haben Einfluss auf die Entstehung und Ausprägung der Krankheit. Ein Grund für die vielen Neuerkrankungen ist mit Sicherheit das westliche Schönheitsideal, demzufolge Frauen schlank und durchtrainiert sein müssen. Solche Frauen sind nicht nur schön, sondern laut dem Ideal auch stark und unabhängig. Andere gesellschaftliche Einflüsse können ebenfalls eine Essstörung auslösen.

Neben dem Gesellschaftseinfluss spielen auch persönliche Faktoren eine Rolle. Ist man perfektionistisch veranlagt, möchte man sozusagen jeden Bereich seines Lebens optimieren, auch den Körper. Alles was man ist und tut, muss einem Ideal entsprechen. Ein verzerrtes Selbstbild, demzufolge man sich selbst als zu dick empfindet, ist ebenfalls ein häufig auftretender Auslöser. Selbstverständlich spielen auch Einflüsse aus dem sozialen und familiären Umfeld eine Rolle. Häufig gibt es im engen Umfeld Vorbilder, denen nachgeeifert wird, charakterlich und körperlich. Die vielen Diäten und Abnehm-Programme aus der Werbung tragen ihr Übriges bei, denn oft ist eine kalorienreduzierte Diät der Einstieg in die Krankheit.

Trotz der erschreckenden Zahlen müssen nicht jedes auffällige Essverhalten und jede Diät zu einer Essstörung führen. Probleme mit dem eigenen Körper oder das Interesse an Ernährung sind während der Pubertät in einem gewissen Maße normal. Nur weil das eigene Kind mal keinen Hunger hat, liegt noch lange keine Essstörung vor. Ein offener Umgang mit Ernährung sowie gemeinsames Kochen können helfen, Kinder für das Thema Essstörung zu sensibilisieren und der Krankheit vorzubeugen.