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Döbeln

Etwas tun gegen Vereinsamung

Die Volkssolidarität will ein Sorgentelefon für Senioren einrichten. Immer mehr leben allein und brauchen Hilfe.

Dreimal ratzen am Glücksrad kostet einen Euro. Die Gewinne haben die Mitarbeiter und Mitglieder der Volkssolidarität selbst gebastelt. Auch Kuchen gebacken, Eierlikör gebraut und Soleier eingelegt. Die Einnahmen werden für das Projekt Sorgentelefon für Se © Dietmar Thomas

Döbeln. Christian Rautenberg, bis vor drei Jahren Hausmeister im Haus Wappenhensch, hatte den schönsten, weil wärmsten Platz. Er stand beim Osterfest der Volkssolidarität am Grill, auf dem die Roster schmurgelten. Trotz der ungemütlichen Temperaturen füllte sich der Hof des Wappenhenschstifts zusehends. 

Ein Osterfest und ein Vorweihnachtsfest sollen jetzt zu ständigen Einrichtungen werden, sagte Antje Klotsch, Geschäftsführerin des Sozialverbandes. Mit den Einnahmen und Spenden hat die Volkssolidarität etwas vor. „Wir wollen ein Sorgentelefon für Senioren einrichten und einen Sprechtag anbieten.“

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Das Vorhaben hat einen ernsten Hintergrund. „In den Arbeitsfeldern der Pflege stoßen wir zunehmend auf vereinsamte alte Menschen, die teilweise allein in Häusern leben und keinen Ansprechpartner haben“, sagte Antje Klotsch. 

In den nächsten Wochen will die Volkssolidarität ehrenamtliche Helfer suchen, die sich um solche Fälle kümmern. „Sie sollen mit den Menschen über ihre Sorgen sprechen, Lösungen finden und Hilfe vermitteln.“ Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sollen für ihre Aufgabe geschult werden. 

„Zum Teil werden wir das selbst übernehmen. Wir werden auch nach Kooperationspartnern zum Erfahrungsaustausch suchen. Vielleicht gibt es Weiterbildungsangebote“, sagte Antje Klotsch. Das Sorgentelefon soll dann an bestimmten Tagen zu bestimmten Zeiten besetzt werden.

Der Sozialverband bewegt sich damit wieder ein Stück zurück zu seinen Wurzeln. Er hatte es sich bei seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg zur Aufgabe gemacht, sich um die Schwächsten zu kümmern. Der Kreisverband habe etwa 3000 Mitglieder, sei aber stark überaltert, sagte die Geschäftsführerin.

Die Begegnungsstätte im Wappenhenschstift, in dem sich Senioren regelmäßig treffen konnten, war im vergangenen Jahr geschlossen worden. „Wir müssen dafür Personal vorhalten und haben keine Refinanzierung. Wir waren die Einzigen, die das noch so lange vorgehalten haben“, sagte Klotsch. Es gibt noch einige Treffs der Volkssolidarität in der Region, die von Ehrenämtlern betreut werden. „Dort haben wir nur die Mietkosten“, sagte die Geschäftsführerin.

Im Wappenhenschstift werden noch regelmäßig Feiern, etwa zu Weihnachten, für Bewohner und Mitglieder organisiert. In dem Haus gibt es 48 Wohnungen für ältere Menschen. „Wir haben zwei Planstellen für die Betreuung. Das gibt es woanders nicht“, sagte Klotsch. Insgesamt sind bei der Volkssolidarität rund 65 Mitarbeiter in der ambulanten und Tagespflege tätig. Klotsch schätzt, dass 500 bis 600 ältere Menschen vom Verband betreut werden.

Osterüberraschung