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EU-Regulierer kritisieren Apple wegen In-App-Käufen

Viele Apps tragen den Preisschild „kostenlos“, finanzieren sich aber über Dienste und virtuelle Güter, die in ihnen angeboten werden. Europäische Behörden wollen striktere Regeln dafür. Die Reaktion von Apple geht ihnen nicht weit genug.

Brüssel. Europäische Regulierer werfen Apple einen zu laschen Schutz von Verbrauchern bei Käufen innerhalb von Apps für iPhone und iPad vor. Apple habe keine konkreten Maßnahmen und keinen Zeitplan zur Umsetzung von Forderungen nationaler Verbraucherschutzbehörden vorgelegt, kritisierte die EU-Kommission am Freitag. Apple wies die Vorwürfe zurück.

Zu den Forderungen gehört, dass es bei als kostenlos bezeichneten Spielen keine Irreführung der Verbraucher über die tatsächlichen Kosten gebe, sowie dass Kinder nicht direkt zum Kauf von Produkten überredet werden.

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Apple entgegnete, man habe längst sichergestellt, dass jede App mit In-App-Käufen deutlich gekennzeichnet sei. Das iPhone-System iOS habe eine effiziente Kindersicherung, die mehr Möglichkeiten als Lösungen der Konkurrenz biete und im Herbst mit weiteren Funktionen ergänzt werde. Wenn ein Kunde Probleme mit iTunes-Einkäufen habe, solle er Apple per E-Mail unter reportaproblem.apple.com kontaktieren.

Apple und andere Anbieter waren wegen des Zugangs von Kindern zu In-App-Käufen ins Visier von US-Behörden gekommen. Der iPhone-Konzern erklärte sich dort in einem Vergleich bereit, rund 30 Millionen Dollar an Verbraucher zurückzuzahlen. Amazon will dagegen gegen die Aufsichtsbehörde klagen.

Die Kommission hob den Rivalen Google hervor, der bei seiner Android-Plattform Änderungen im Einklang mit dem Forderungskatalog bis Ende September umsetzen wolle. So sollen Spiele mit In-App-Käufen nicht mehr als kostenlos bezeichnet werden. Über Richtlinien für Entwickler sollen Kaufaufforderungen an Kinder verhindert werden. (dpa)