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Eulen-Schulung für Privathalter

Die leisen Gleiter sind in Mode gekommen. So manche leben in einer Voliere im Garten.

Die zehnjährige Jolien weiß bereits, wie man mit Eulen umgeht. Hier hält sie Nala auf der Hand. Die junge Schleiereule lernt gerade, nach der Flugrunde zu ihren Haltern zurückzukehren.
Die zehnjährige Jolien weiß bereits, wie man mit Eulen umgeht. Hier hält sie Nala auf der Hand. Die junge Schleiereule lernt gerade, nach der Flugrunde zu ihren Haltern zurückzukehren. © René Meinig

Harry Potter ist schuld. Seine Schneeeule Hedwig war so schön, dass Eulen jetzt mehr denn je als Haustiere gefragt sind, ist Steffen Keller überzeugt. Doch die leisen Jäger sind längst nicht so pflegeleicht wie Wellensittiche und Kanarienvögel. Etwa 30 leben in Dresden und Umgebung als Haustiere, schätzt der Chef der Wildvogelauffangstation. Alle versehen mit den vorgeschriebenen Ringen und ausgestattet mit Zertifikaten, die ihre Herkunft belegen.

Mandy Fiebak und Robin Nowak leben im Westen der Stadt und gehören zu den Eulenhaltern. „Wir haben eine Schleiereule, sie ist im November geschlüpft“, sagt Mandy Fiebak. Das Tier heißt Nala und lebt in einer großen Voliere. „Eulen sind ortstreu“, erklärt Robin Nowak. Deshalb trainiert der 38-Jährige zur Zeit mit Nala in dem Käfig. Die Eule soll lernen, nach dem Fliegen zu ihm zurückzukehren. „Das macht man mit Futter.“ Nala sei immerhin so pflegeleicht, dass sie auch schon in den Spreewald mitreisen durfte. In einer eigens dafür angeschafften Box. Auch Tochter Jolien mag die Schleiereule. Sie ist mit Tieren aufgewachsen, Hunde, Katzen und Alpakas gehörten schon vor Nala zur Familie.

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Beim Eulentag in der Wildvogelauffangstation kann Steffen Keller Jolien und ihren Eltern am Sonntag nicht viel Neues erzählen. Es geht um die richtige Haltung und Pflege der Tiere, artgerechte Behausungen und das Futter. Eulen fressen Küken und Mäuse, Keller hat ein paar Leckerbissen mitgebracht. „Wer eine Eule findet, sollte uns anrufen, dann erklären wir ihm, was zu tun ist“, sagt der Vogelkenner. Wichtig sei die Situation, in der das Tier gefunden wurde. Oft reiche es , eine Jungeule vom Boden zurück in den Baum darüber zu setzen. „Sie klettert dann wie mit Steigeisen wieder nach oben.“

Carolin Tippmann hat dem Eulen-Fachmann genau zugehört. Sie kennt sich mit der Falknerei aus. Nun überlegt die 22-Jährige, sich eine Eule anzuschaffen. Ein Steinkauz könnte es werden. Carolin Tippmann wohnt bei ihren Eltern nahe Meißen. Auf dem Grundstück sei genug Platz für eine große Voliere und ihre Eltern hätten nichts gegen ihre Pläne. Einen Hund und eine Katze hat sie schon, nun also eine Eule. „Ja, man wird schon komisch angeguckt“, sagt die angehende Eulenhalterin. Ihr Interesse an den Jagdvögeln hat nicht Harry Potter geweckt. Sie studiert Forstwissenschaften.

Wildvogelauffangstation 0172/6 45 43 12