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Europa blickt auf den Dresdner Neumarkt

Wie aus dem zerstörten Platz ein modernes Viertel wurde, erklärte der Vorsitzende des Vereins jetzt in Straßburg.

© Sven Ellger

Der Dresdner Neumarkt stand im Mittelpunkt einer Tagung des Europäischen Parlaments in Straßburg. Die „Jungen Europäer“ wollten sich dabei vor wenigen Tagen über die Städte von morgen auf dem Kontinent informieren. Sie sind ein parteipolitisch unabhängiger Jugendverband mit rund 15.000 Mitgliedern in über 30 europäischen Staaten. Eingeladen war auch Torsten Kulke, Vorsitzender der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden, der mit der SZ über seinen Vortrag sprach.

Was macht den Neumarkt so interessant für junge Europäer?

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Es ist die besondere Situation, dass der Platz im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört war und über viele Jahrzehnte unbebaut blieb. Und auf dem nach der politischen Wende wieder ein Stadtzentrum mit rekonstruierten und modernen Gebäuden entstand. Natürlich auch die Tatsache, dass die Stadtgesellschaft darüber diskutierte, wie der Platz aussehen soll.

Wie waren die Reaktionen der anderen Teilnehmer?

Dafür war erst nach den Vorträgen in persönlichen Gesprächen Gelegenheit. Es gab sehr großes Interesse an der Dresdner Herangehensweise, den fast völlig leeren Platz in einer Mischung aus Alt und Neu wieder aufzubauen. Die Teilnehmer waren alle unter 35 Jahre alt und äußert engagiert, was architektonische Fragen in ihren Ländern, aber auch europaweit anbelangt. Das hat mich überrascht.

Mit welchen anderen Projekten stand der Neumarkt im Fokus?

Eingeladen waren Preisträger des Driehaus-Preises und ich als Preisträger des Henry Hope Reed Awards. Den Driehaus-Preis bekommen Architekten, die besonders wertvolle und nachhaltige Beiträge in den Bereichen neue klassische und traditionelle Architektur sowie Neuer Urbanismus beigesteuert haben. 2018 haben ihn die französisch-belgischen Architekten Marc Breitman und Nada Breitman-Jakov erhalten, die auch für ihre Projekte des sozialen Wohnungsbaus bekannt wurden.

Gespräch: Kay Haufe

Torsten Kulke
Torsten Kulke © Archivbild: Sven Ellger