merken

Europa-Skepsis der Deutschen wächst

Nur noch ein Drittel der Bundesbürger hat ein positives Bild von der EU. Das liegt noch unter dem Schnitt aller 28 Mitgliedsländer. Beim Thema Migration hofft die große Mehrheit dennoch auf eine europäische Lösung.

© dpa (Symbolfoto)

Berlin. Mitten in der Flüchtlingskrise wächst in Deutschland die Europa-Skepsis. Während im Frühjahr 2015 noch 45 Prozent ein positives Bild von der EU hatten, waren es im November 2015 nur noch 34 Prozent. Das geht aus dem jüngsten Eurobarometer hervor, über das die EU-Vertretung in Berlin am Dienstag berichtete.

27 Prozent haben demnach ein negatives Bild von der EU, das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Mai vergangenen Jahres. 38 Prozent haben weder ein positives noch ein negatives Bild. Für 76 Prozent (vorher: 55) der Deutschen ist das Thema Einwanderung das wichtigste Problem, dem sich die EU derzeit gegenübersieht. 88 Prozent wollen, dass die Freizügigkeit innerhalb der Union erhalten bleibt.

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Richard Kühnel, der Vertreter der EU-Kommission in Deutschland, sagte zu den Ergebnissen: „Das Image hat gelitten, aber man entlässt die EU auch nicht aus der Verantwortung.“ Er weist darauf hin, dass 82 Prozent der Deutschen eine gemeinsame europäische Einwanderungspolitik wollen und 79 Prozent eine europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. „Die Bevölkerung erwartet, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten gemeinsam handeln.“

EU-weit haben nur noch 37 Prozent (minus 4) ein positives Bild der Europäischen Union. In 11 Mitgliedsstaaten überwiegt die positive Einschätzung, 15 Länder haben ein neutrales Bild von der EU, nur 2 (Zypern und Österreich) ein überwiegend negatives.

In vielen EU-Ländern ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor das größte Problem. Das sagen in Spanien 69 Prozent, in Frankreich 54 Prozent. EU-weit liegt das Thema gleichauf mit der Einwanderung bei 36 Prozent.

Die Umfrage wurde in Deutschland zwischen dem 7. und dem 16. November ausgeführt. In diese Zeit fielen die Terroranschläge von Paris. Der Flüchtlingszuzug nach Deutschland und Kritik an mangelnder europäischer Solidarität bestimmten die Debatte. (dpa)