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Deutschland & Welt

Flüchtlingsdrama in der Primetime

Joko und Klaas haben sich wieder 15 Minuten TV-Sendezeit erspielt - und nutzen diese, um einen Migranten aus Moria berichten zu lassen.

Das Standbild aus den 15 Minuten freier Sendezeit, die sich Joko und Klaas erspielt haben, zeigt Milad Ebrahimi, der die Bedingungen im Flüchtlingslager Moria schildert.
Das Standbild aus den 15 Minuten freier Sendezeit, die sich Joko und Klaas erspielt haben, zeigt Milad Ebrahimi, der die Bedingungen im Flüchtlingslager Moria schildert. © ProSieben/dpa

Berlin. Die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben 15 Minuten bester Sendezeit bei ProSieben genutzt, um ein Schlaglicht auf die Zustände an den EU-Außengrenzen zu werfen. In der Mini-Doku "A short story of Moria" schilderte am Mittwoch ab 20.15 Uhr eine Viertelstunde lang ein Migrant auf Englisch, unter welch widrigen Bedingungen er auf dem Mittelmeer nach Europa kam und welch unwürdige Zustände er antraf. "Mein Name ist Milad Ebrahimi, ich bin 21 Jahre alt und komme aus Afghanistan."

Im Videocall erzählte der junge Mann, der Joko zufolge seit Januar in Moria ist, von den katastrophalen Bedingungen in dem inzwischen bei einem Feuer zerstörten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos.

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In den Aufnahmen sind Tränengaseinsätze der griechischen Polizei zu sehen und viele weinende Kinder. "Kümmert euch um dieses Chaos", appellierte Milad. Zuvor waren Bilder von einem Miniboot zu sehen, dessen Motor von der griechischen Küstenwache zerstört worden sei. Er und die anderen Geflüchteten auf dem Boot hatten drei Tage nichts zu essen und zu trinken, wie Milad schilderte. Die Küstenwache habe "Go back, go back" gerufen, bis sie schließlich doch anlanden konnten.

Er habe gedacht, Europa sei Freiheit, Gleichberechtigung und stehe für Menschenrechte, sagte Milad in ruhigem Ton. Dafür habe er beschlossen, nach Europa zu fliehen. Nun frage er sich, ob das alles ein schlechter Traum sei. Moria sei ein Ort ohne sanitäre Anlagen und ärztliche Versorgung gewesen - für etwa 3000 Menschen ausgelegt, aber von mindestens viermal so vielen bewohnt. Das Feuer habe die Welt gezwungen, endlich hinzusehen.

Joko und Klaas sagten zum Beginn der Sendung, es sei am Rande des Erträglichen, dies alles zu sehen. Sie warnten davor, die folgenden Minuten mit Kindern anzusehen. "Der nun folgende Film zeigt die körperliche und emotionale Gewalt an den Außengrenzen Europas", wurde eingeblendet.

Die beiden Entertainer Winterscheidt (41) und Heufer-Umlauf (36) behandeln in ihrer Sendung "Joko & Klaas Live" immer wieder gesellschaftlich relevante Themen. So warfen sie einmal mit der fiktiven Ausstellung "Männerwelten" ein Schlaglicht auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen oder veranstalteten zuletzt eine Art Verschwörungsquiz im Stile einer Call-in-Show.

Die freie Sendezeit hatten sich die Moderatoren in der am Dienstag ausgestrahlten Show "Joko & Klaas gegen ProSieben" erspielt, in der sie in mehreren Wettkämpfen gegen ihren Arbeitgeber antreten. Die Show wurde schon vor einem Monat aufgezeichnet.

Direkt nach der Aufzeichnung vor vier Wochen beschlossen sie demnach, die Sendezeit Moria zu widmen. Sie schlossen zahlreiche Kontakte dorthin. Sie wollten, dass jeder wisse, was an der EU-Außengrenze passiere. (dpa)

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