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Deutschland & Welt

Unwetter: Milliardenschäden in den Alpen

Zerstörte Brücken, weggerissene Straßen, kaputte Häuser - In Norditalien und Südost-Frankreich wird der Wiederaufbau lange dauern - und er wird teuer.

Durch das Hochwasser des Flusses Sesia ist eine Brücke in Norditalien eingestürzt.
Durch das Hochwasser des Flusses Sesia ist eine Brücke in Norditalien eingestürzt. © Nicolò Campo.Lapre/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Nizza/Imperia. Die jüngsten Unwetter und Überschwemmungen haben in Italien und Frankreich vermutlich Milliardenschäden angerichtet. Nach Rekordregen und Sturm waren am Wochenende im Nordwesten Italiens und im Bergland über der französischen Küstenmetropole Nizza Straßen und Brücken zerstört worden. Orte waren überflutet, mehrere Menschen starben.   

Allein für die besonders hart getroffene Region Piemont schätzte der Regionalpräsident Alberto Cirio die Schadenshöhe am Dienstag auf rund eine Milliarde Euro. Außerdem hatte die Unwetterfront auch im Aostatal und in Ligurien gewütet.   

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Die Aufräumarbeiten gingen in beiden Ländern weiter. Der französische Staatschef Emmanuel Macron wird an diesem Mittwoch an Ort und Stelle erwartet, wie Medien berichteten. Zuvor will das Kabinett in Paris den Katastrophenzustand für das Gebiet erklären. Das macht unter anderem Entschädigungen einfacher. Der aus dem betroffenen Département Alpes-Maritimes stammende Abgeordnete Éric Ciotti schätzte den Schaden auf mindestens 1,5 Milliarden Euro.   

Ein Feuerwehrhubschrauber überfliegt eine überschwemmte Stadt in der norditalienischen Region Piemont.
Ein Feuerwehrhubschrauber überfliegt eine überschwemmte Stadt in der norditalienischen Region Piemont. © -/Vigili del Fuoco/dpa

In der Küstenzone von Ligurien, wo in den vergangenen Tagen Leichen angespült worden waren, wurden laut Nachrichtenagentur Ansa ein achter und neunter Körper am Strand entdeckt. Eine der zahlreichen Leichen sei inzwischen identifiziert worden. Es handele sich um einen Mann aus Airole. Er dürfte mit seinem Auto in den Fluss Roya gestürzt und ins Meer geschwemmt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft in der Hafenstadt Imperia nahm Ermittlungen zu den Funden auf. Eine Hypothese sei, dass einige der Toten aktuelle Unwetteropfer seien. Bei anderen könnte es sich um ältere Friedhofsleichen handeln, die von einem Hochwasser im Oktober 2019 in Frankreich weggespült wurden, hieß es bei Ansa. Damals seien dort zwei Friedhöfe im Roya-Tal verwüstet worden.

Bei der Überschwemmung des Friedhofs von Tende im Hinterland von Nizza wurden etwa 150 Friedhofsleichen weggeschwemmt, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Bürgermeister berichtete. Die Leichen würden nun nach und nach im Umkreis der Gemeinde wiedergefunden, auch in Gärten. Am Freitag waren in den Bergen gewaltige Wassermassen niedergegangen.

Mitarbeiter des italienischen Katastrophenschutzes versuchen in einem Industriegebiet in Grignasco den Schlamm zu entfernen.
Mitarbeiter des italienischen Katastrophenschutzes versuchen in einem Industriegebiet in Grignasco den Schlamm zu entfernen. © Nicolo' Campo/LaPresse/dpa

Im Krisengebiet wurde auch mit einem Hubschrauber nach entlaufenen Wölfen gesucht. Mindestens sieben Raubtiere hätten ihr beschädigtes Gehege in einem Natur- und Tierpark oberhalb von Nizza verlassen, so AFP. Augenzeugen sahen demnach einige Tiere in der Nähe des Parks.

Es gibt Sorgen um die schwarzen Wölfe: Denn im Park waren sie an Futter gewohnt, in freier Wildbahn könnten sie möglicherweise nicht überleben, hieß es. Ein anderes Gehege mit weißen Wölfen aus der Arktis wurde dem Bericht zufolge vom Hochwasser zerstört: Ein toter Wolf sei bereits gefunden worden, die beiden anderen seien wahrscheinlich auch gestorben.

Im Bergland über Nizza waren kleinere Dörfer teilweise noch von der Außenwelt abgeschnitten, wie Medien berichteten. Tausende Haushalte waren auch vier Tage nach den Unwettern immer noch ohne Strom. Regierungschef Jean Castex sagte, dass nach einer vorläufigen Bilanz vier Menschen starben. Acht Menschen werden noch vermisst, von 13 weiteren gibt es keine Nachrichten, sie könnten also vermisst sein. (dpa)

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