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Evolution statt Revolution an der Deutschen Börse

Der neue Konzernchef Weimer glaubt nicht mehr an eine Fusion mit London. Aber er hat Geld für kleinere Einkäufe.

© Symbolfoto: Daniel Reinhardt/dpa

Von Rolf Obertreis

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Frankfurt am Main. Richtig in seine Karten schauen lässt sich Theodor Weimer nach rund sechs Wochen an der Spitze der Deutschen Börse noch nicht. Für die Ausarbeitung einer detaillierten Strategie will er sich bis Ende Mai Zeit lassen. Klar ist aber eines: Einen neuen Anlauf zu einer Fusion mit der Londoner Börse wird es mit Weimer nicht geben. „Für die nächsten Jahre ist das kein Thema. Da würden sie sich ja lächerlich machen“, sagt Weimer.

Generell gehe es für die Deutsche Börse nicht um den großen Wurf. „Wir streben keine Revolution an. Es geht um Evolution und um solide Hausmannskost“, sagte der frühere Chef der Hypovereinsbank am Mittwoch auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt am Main.

Für 2018 verspricht Weimer wegen wieder stärkeren Schwankungen an der Börse und weiterer Kostensenkungen eine Umsatzsteigerung um mindestens fünf Prozent. Der Gewinn der Aktiengesellschaft soll um zehn bis 15 Prozent zulegen.

Nach der gescheiterten Fusion mit der Londoner Börse im vergangenen Jahr, den Insider-Ermittlungen gegen seinen Vorgänger Carsten Kengeter und dessen vorzeitigem Abgang will Weimer den Börsenbetreiber wieder in ruhigeres Fahrwasser führen und das angeschlagene Verhältnis zu Aufsehern und zur Politik wieder ins Lot bringen. „Ich werde alles dafür tun, das Jahr 2018 zu einem Jahr des Neuaufbruchs zu machen.“ Generell sei die Deutsche Börse sehr wettbewerbsfähig aufgestellt. Jetzt gehe es darum, Wachstumschancen besser zu nutzen.

Weimer zufolge hat das Unternehmen 1,3 Milliarden Euro an flüssigen Mitteln, die für Zukäufe bereitstehen. An kleinere Börsen denkt der neue Vorstandschef dabei weniger, eher an Anbieter von Finanz- und Börsendaten. Zwar will die Börse auch aus eigener Kraft wachsen, aber ohne Zukäufe sei Wachstum auch nicht möglich. „Größe ist zentral für unseren Erfolg.“ Umgekehrt sieht Weimer keine Gefahr, dass die Deutsche Börse nach der gescheiterten Fusion mit London selbst übernommen werden könnte. Wegen des Brexit besteht nach Ansicht neuen Vorstandschef 2018 „die einmalige Chance“, Frankfurt zu einer glaubwürdigen Alternative zum Standort London aufzubauen. Dazu sei es wichtig, die Abwicklung von Finanzgeschäften in Euro, das Euro-Clearing, am Main anzusiedeln.