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Ex-Dynamo übernimmt Geschäft

René Groth spielte einst für den beliebten Fußballverein. Nun ist er „Kapitän“ in der Firma, die sein Schwiegervaters Rainer Dieckmann aufgebaut hat.

© Jörg Richter

Von Jörg Richter

Großenhain. Er war ein beinharter Verteidiger bei Dynamo Dresden. Jetzt soll René Groth keine gegnerischen Stürmer abwehren, sondern die Konkurrenz in der heiß umkämpften Mobilfunk-Liga. Der 45-jährige Dresdner tritt in die Fußstapfen seines Schwiegervaters Rainer Dieckmann, der von Großenhain aus die kleine, aber feine Ladenkette „Media-Welt“ aufgebaut hat. Groth übernimmt die Geschäftsleitung des hiesigen Familienunternehmens. Schwiegervater Rainer Dieckmann, der mittlerweile 70 ist, steht ihm weiterhin als Ratgeber im firmenstrategischen Bereich zur Verfügung. „Denn keinen kann ich besser fragen als ihn“, sagt Groth selbst. Der ehemalige Dynamo-Spieler hatte 2002 die Fußballschuhe an den Nagel gehängt und bei Media-Welt angeheuert. Seine erste direkte Chefin nach der Profifußballerkarriere war seine Schwiegermutter Maria, bei der er in der Riesaer Filiale ein Praktikum absolvierte. „Sie ist eine absolut positive Fachkraft“, schwärmt er von ihr. Und auch von den anderen Mitarbeitern in den insgesamt fünf Geschäften. „Sie sind alle mit viel Herz dabei“, so Groth. Das müsse man auch im Mobilfunk-Handel. „Denn in dieser Branche verliert man ganz schnell den Anschluss, wenn man sich nicht auf dem neuesten Stand hält“, sagt er.

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René Groth (oben) bei einem Kopfballduell vor 21 Jahren im Regionalligaspiel in Babelsberg. Dynamo Dresden gewann damals 3:1.
René Groth (oben) bei einem Kopfballduell vor 21 Jahren im Regionalligaspiel in Babelsberg. Dynamo Dresden gewann damals 3:1. © ddv-Archiv

Mit Veränderungen kennt sich Firmengründer Rainer Dieckmann aus. Der ehemalige Entwicklungsingenieur des früheren Elektromotorenwerks Großenhain wagte 1992 den Sprung in die Selbstständigkeit. Ursprünglich begann er als Dienstleister, füllte die Kartuschen von Tintenstrahldruckern auf. „Das erste halbe Jahr habe ich nichts verdient, sondern eine Stammkundschaft aufgebaut“, erinnert er sich. Später verkaufte er selbst Drucker, Faxgeräte bis hin zu Büromöbeln. „Irgendwann habe ich gesagt, wir müssen uns spezialisieren“, erzählt er. Das war der Einstieg in die Telekommunikationsbranche.

René Groth war da schon längst mit Dieckmanns Tochter Kristina zusammen. Seit 1994 sind sie ein Paar. Groth war zu dieser Zeit Vertragsamateur bei Dynamo Dresden, erlebte 1995 aus nächster Nähe den Zwangsabstieg des Traditionsvereins aus der 1. Bundesliga in die Regionalliga. In Folge dessen wechselte er zum FSV Zwickau in die 2. Bundesliga, kam 1997 zu den Schwarz-Gelben zurück. 2000 heuerte er beim VfB Leipzig an. Nach der Saison 2001/02 wechselte Groth im Sommer 2002 wieder an die Elbe und wurde Spielertrainer beim FV Dresden Süd-West. Im gleichen Jahr hatte er auch ein Angebot, als Profifußballer nach Malaysia zu wechseln. Da war er bereits drei Jahre verheiratet und Tochter Adriana zwei Jahre alt. Groth entschied sich gegen die Profikarriere und für seine Familie. „Ich war sehr froh, als er das Angebot aus Malaysia ablehnte“, erinnert sich Großvater Rainer Dieckmann. Da war ihm klar, dass Familienmensch René Groth der richtige Nachfolger für ihn ist.