merken
Sachsen

Ex-Frauenkirchenpfarrer jetzt in Leipzig

Sebastian Feydt wurde am Sonntag als neuer Leipziger Superintendent eingeführt - und ist künftig Pfarrer der Nikolaikirche.

Ehemals Pfarrer in der Frauenkirche: Sebastian Feydt.
Ehemals Pfarrer in der Frauenkirche: Sebastian Feydt. © Christian Juppe

Leipzig. Der langjährige Dresdner Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt ist Superintendent und Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche. Landesbischof Tobias Bilz führte den 54-Jährigen am Sonntag bei einem Gottesdienst unter Corona-Beschränkung in das geschichtsträchtige Gotteshaus ein, das im Herbst 1989 Domizil der Friedensgebete und Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen war. 

Sein Anliegen sei es, friedensstiftend zu wirken, er bringe Erfahrungen mit und eine tiefe innere Motivation. "Dir liegt etwas daran, durch ausgleichende Gerechtigkeit Unterschiedliches und bisweilen Gegensätzliches beieinander zu halten."

Anzeige
Demenzsensibles Krankenhaus St. Carolus
Demenzsensibles Krankenhaus St. Carolus

Jeder dritte bis vierte Patient bringt die Nebendiagnose Demenz mit ins Krankenhaus. Das St. Carolus in Görlitz geht einen besonderen Weg und hilft damit allen Beteiligten.

Bilz übertrug Feydt die geistliche Leitung des Kirchenbezirks Leipzig, der mitgliedermäßig größte der evangelischen Landeskirche Sachsens. Die Stadt sei international und der öffentliche Diskurs zu Zeitfragen lebendig, sagte er. "Leipzig wächst und fordert uns als Kirche heraus, unsere eigenen Kräfte zu überschreiten und Neues zu wagen", gab er Feydt mit auf den Weg in sein neues Amt.

Zurück in seine "geistige Heimstatt"

Feydt hatte seit 2007 eine der beiden Pfarrstellen an der 1945 zerstörten, 1993 bis 2005 auch mit Spenden wiedererrichteten und als Symbol des Friedens und der Versöhnung weltberühmten Spätbarockkirche inne. Er war zugleich Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche.

Der Wechsel bedeutet für den gebürtigen Brandenburger eine Rückkehr auf bekanntes Terrain. Während seines Theologiestudiums war ihm die Nikolaikirche "geistige Heimstatt" und Heimat, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe dort meine erste Predigt gehalten und 1989 Friedensgebete mitgestaltet."

Feydt wuchs in Dresden auf. Nach seiner Ordination war er zwölf Jahre Pfarrer der Bethlehemkirchgemeinde Leipzig. Dann wechselte er nach Dresden. In Leipzig hat er wieder eine Doppelfunktion: "Es ist ein Nebeneinander von Verkündigung und Management." (dpa)

Mehr zum Thema Sachsen