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Ex-Freund fordert Geld für Siphon und Gumminippel

Ein verschmähter Liebhaber will Geld für Reparaturen im Bad seiner Ex-Freundin. Der Döbelner Amtsrichter weist die Klage ab.

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Von Peter Schmieder

Das Amtsgericht Döbeln hat am gestrigen Tag in einer heiklen Angelegenheit entscheiden müssen. Steffen K. hat seine Ex-Freundin und deren Schwiegersohn auf die Bezahlung von Reparaturen im sanitären Bereich verklagt. Amtsrichter Dr. Dominik Schulz hat die Klage abgewiesen und K. nahegelegt, seine Forderungen zurückzuziehen. Ein Urteil hätte nur die Kosten für den Kläger aus Großweitzschen weiter erhöht.

Steffen K. hatte im Frühjahr vergangenen Jahres das Bad seiner damaligen Freundin Iris E. aus Goselitz auf Vordermann gebracht. Deren Schwiegersohn Sven Hensel konnte sich über ein neues Waschbecken freuen. Kurz darauf, nach dem Ende der Beziehung, hat K. Geld für die durchgeführten Arbeiten gefordert – jedenfalls zum Teil.

12,46 Euro für Utensilien

Gumminippel, ein Geruchsverschluss und ein verchromtes Tauchrohr sind die Utensilien, die der Sänitärfachmann seinem scheinbaren Schwiegersohn in spe Sven Hensel besorgt und dann in dessen Bad verbaut hatte. Das dazugehörige Waschbecken stellte er nicht in Rechnung – auch die Arbeitszeit nicht. Die 12,46 Euro für die verbauten Klein-Utensilien hat er nun allerdings einklagen wollen.

Iris E. wohnt im selben Haus. Auch hier hat Steffen K. im Bad Hand angelegt. Die Funktionseinheit Multi-Plex, eine Ab - und Überlaufgarnitur für die Badewanne, stellte im Bad seiner damaligen Freundin den größten Posten dar, den der gelernte Sanitär-Experte verbaut hatte.

Als die Beziehung der beiden Mittvierziger nach etwa einem halben Jahr endete, entbrannte der Streit. Sowohl um die im Bad seiner Ex-Geliebten als um Siphon und Nippel im Nassraum des Schwiegersohnes. Iris E. vermutet schlichtweg Rachegelüste. „Das ist totaler Unsinn“, sagt der Installateur. Es gehe ums Prinzip, erläutert Steffen K. Zusammen mit Spülkasten, Beton-Estrich und Klebstoffe stiegen die Kosten auf 53,10 Euro. „Der Kläger hat gefragt, ob er die Sachen montieren kann – für ein gutes Miteinander.“ Sven Hensel kann die Forderungen des Ex-Lebensgefährten seiner Schwiegermutter nicht nachvollziehen. Von Geldleistungen sei nie die Rede gewesen. K. kontert: „Ich habe klargemacht, dass die Materialen bezahlt werden müssen.“

Kläger kann nichts nachweisen

Für Richter Schulz ist der „Gumminippel-Fall“ allerdings schnell geklärt. Es gibt nichts Schriftliches und keine Zeugen. Steffen K. müsse das Auftragsverhältnis nachweisen. Das konnte der Heizungs- und Sanitärfachmann aus Großweitzschen nicht. Niemand konnte die angebliche Vereinbarung bezeugen. K. zog auf Anraten seiner Anwältin die Klage zurück.

Auch auf den Kosten für die Funktionseinheit Multi-Plex bleibt Steffen K. sitzen. Als Kläger konnte er erneut kein Auftragsverhältnis nachweisen. „Eine Schande, dass man sich einfach nicht mehr an gemachte Aussagen erinnern will.“ Sein Vertrauen sei schamlos ausgenutzt worden, schildert K. Der enttäuschte Ex-Liebhaber muss nun zusätzlich noch die Kosten für das Verfahren in Höhe von 200 Euro tragen. „Haken sie diese Geschichte als Lebenserfahrung ab und lernen sie daraus.“ Der Rat vom Richter Dominik Schulz konnte Steffen K. allerdings kaum trösten. „Das ist ein absolutes Fehlurteil!“, gibt dieser nach Ende der Verhandlung gestern morgen zu Protokoll. Er sei einfach nur erschüttert.