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Ex-Infineon-Chef Eggers gestorben

Der Physiker prägte den Chipstandort Dresden wie kein anderer. Er erlag einem Krebsleiden.

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Dresden. Der wichtigste Manager für die Entwicklung des Mikroelektronikstandorts Dresden ist tot. Harald Eggers, früherer Chef des Infineon-Werks, erlag im Alter von 59 Jahren einem Krebsleiden. Das bestätigte seine Ehefrau gestern der SZ.

Seit 1994 war Eggers maßgeblich am Aufbau der großen Chip-Fabriken beteiligt. Gut 20Jahre arbeitete der Physiker für den Siemens-Konzern in München; dann entließ das Stammhaus die Mikroelektronik-Sparte in die Selbstständigkeit und gab ihr den Namen Infineon. Das Unternehmen verbaute unter Eggers Führung in Dresden Milliarden und schaffte mehr als 5000 Arbeitsplätze. Unter seiner Führung entstand der mit 300 Millimetern größte Wafer der Welt in Dresden.

Eggers wirkte oft im Hintergrund, führte die Topmanager der Branche nach Dresden. Er erkannte das Fachkräftepotenzial in der Region. Kollegen und Fachleute schätzten seinen „messerscharfen Verstand“ und seine Präzision.

Einziger dunkler Punkt seiner Karriere war die Verwicklung in die Infineon-Schmiergeldaffäre. Nach seinem Abgang übernahm Eggers die Leitung des Schweizer Technologieunternehmen Unaxis, dann die des Solarzellen-Entwicklers Heliatek. Seit 2008 war er als Unternehmensberater tätig. Er erhielt den Ehrendoktor der Technischen Universität Dresden und den Sächsischen Verdienstorden. (SZ)