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Weißwasser

Ex-Meister zu stark für die Lausitzer Füchse

Weißwasser findet keine Mittel gegen die cleveren und schnelleren Gäste, bei denen beide Ex-Füchse überzeugen.

Alles dicht: Füchse-Stürmer Darcy Murphy findet keine Lücke. Towerstars-Torwart Olafr Schmidt hat alles im Blick.
Alles dicht: Füchse-Stürmer Darcy Murphy findet keine Lücke. Towerstars-Torwart Olafr Schmidt hat alles im Blick. © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse können nach dem Heimsieg über Bayreuth und dem Ende der Niederlage keinen Schwung mit in dieses Wochenende nehmen. Die Ravensburg Towerstars, Meister der vorvergangenen Saison erwiesen sich beim 1:3 (0:2, 1:1, 0:1) einfach als zu stark, entführten vor knapp 2.400 Zuschauern zurecht alle drei Punkte.

Für die Gäste war es das Debüt für den Meistertrainer von 2018, Rick Chernomatz, der nach seinem Erfolg überraschend gehen musste und jetzt zurückgeholt wurde. Außerdem spielte der Kanadier Shawn O’Donnell, der seine gesamte bisherige Karriere in Canada und den USA (unter anderem AHL) verbracht hatte, zum ersten Mal. Die Füchse begannen stark, Murphy hatte gleich eine Riesenchance, als der Füchse-Stürmer Olafr Schmidt (Ex-Füchse-Torwart) im Ravensburger Tor umspielt hatte, dabei aber den Puck verlor. Auch in der ersten Überzahl wenig später wirkten die Füchse gefährlich. Aber ab der fünften Minute übernahmen die Ravensburger das Kommando und erteilten den Füchsen in den verbleibenden Minuten des ersten Drittels eine Lehrstunde, wobei die Lausitzer mit eigenen Aufbaufehlern unfreiwillig halfen. In der fünften Minute war Fomin völlig frei vor Füchse-Torwart Mac Carruth, der aber hielt. Die Ravensburger hatten klare Vorteile im Umschalten, die Füchse hatten Probleme, ihre Ordnung zu halten. In der siebenten Minute war es dann so weit: Am Ende einer starken Kombination platzierte der Ravensburger Sturm den Puck genau unter der Latte. In einer Überzahl danach brachten die Füchse nicht einen Schuss zustande. Auf der anderen Seite rettete Carruth mit einer unglaublichen Parade nach einem Querpass und Direktschuss gegen Driendl. Als aber Breitkreuz die Scheibe im eigenen Drittel nicht aus der Gefahrenzone bekam und einen Pass später O’Donnell völlig frei war, ließ der Debütant dem Füchse-Torwart keine Chance (16.). Danach hatte Strobel kurz vor dem Tor zwar noch einen Chance für die Füchse, aber insgesamt war das 0:2 für die Gäste hochverdient.

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Im Mitteldrittel begannen die Füchse wieder stark. Breitkreuz tauchte sofort nach dem Drittelbeginn allein vor Schmidt auf, scheiterte aber. Und dann eröffnete sich durch eine Spieldauerstrafe gegen Just (Hatte Granz gegen Kopf und Nacken gecheckt) den Füchsen die Chance, das Blatt zu wenden. Und tatsächlich gelang schnell der Anschluss, als Murphy den Puck flach vor das Tor zu Farmer spielte, der die Scheibe ins Tor abfälschen konnte (25.). Danach aber nutzten die Füchse die verbleibende viereinhalbminütige Überzahl nicht entschlossen genug. Eine einzige gefährliche Situation gab es noch, als George im Slot zum Schuss kam, der Puck aber abgefälscht über das Tor ging. Nach abgelaufener Strafe kamen die Gäste wieder besser ins Spiel. Eine Unterzahl überstanden die Füchse, hatten genau mit Ablauf der Strafe eine Chance zum Gegenkonter. Aber der überragende Ravensburger Verteidiger Haaranen fing den Angriff ab, leitete sofort den Gegenkonter ein, an dessen Ende der Ex-Fuchs Svoboda mit viel Tempo allein Richtung Füchse-Tor fuhr, sich den Puck auf die Rückhand legte und ihn über Carruths Schoner unter die Latte zum 1:3 unter die Latte hob (32.). Danach fielen die Füchse eher dadurch auf, dass sie unnötige Strafen kassierten, aber zum Glück funktionierten das Unterzahlspiel und der erneut starke Rückhalt Mac Carruth im Tor.

Die Füchse kamen auch zu Beginn des Schlussdrittels nicht ins laufen, nachdem sie zunächst eine verbleibende Unterzahl überstanden hatte. Ein Treffer der Gäste im Nachsetzen zählte zurecht wegen Torraumabseits nicht. Dann verlor Füchse-Verteidiger Kania ein Laufduell gegen den Ravensburger Topscorer David Zucker, der vor das Tor zog, von Kania gefoult wurde, ins Tor rutschte und sich dabei so verletzte, dass er auf der Trage vom Eis gefahren werden musste. Beim fälligen Penalty blieb Carruth Sieger gegen Haaranen. Wenig später hielt der Füchse-Torwart sein Team mit einem Riesensave gegen den allein vor ihm auftauchenden Sturm im Spiel. Auf der anderen Seite war Reichel mit einem Bauerntrick nahe, später Hammond mit einem Unterzahlkonter, als er allein vor Schmidt den Pfosten traf. Insgesamt aber schienen die Gäste stets die Kontrolle zu haben. In eigener Überzahl wirkten die Gastgeber mehr und mehr hilflos, auch da hatten die Gäste Unterzahlchancen. Torwart Mac Carruth war es zu verdanken, dass die Füchse so lange hoffen durften. Am Ende reichte es nicht mehr zum Anschlusstreffer, auch wenn die Füchse am Ende den Torwart vom Eis nahmen.

Statistik

Lausitzer Füchse – Ravensburg Towerstars 1:3 (0:2, 1:1, 0:0)

Tor: 0:1 Sören Sturm 6:19 (Assist: Brandl, Drews)
0:2 Shawn O’Donnell 15:41 (Driendl)
1:2 Robert Farmer 24:13 (Überzahl, Murphy, George)
1:3 Jakub Svoboda 31:41 (Zucker, Driendl)

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Monteith, Granz – Pozivil, Kania – Mik, Karrer – Fern
Sturm: Murphy, Breitkreuz, Andres – George, Hammond, Farmer – Boiarchinov, Reichel, Schwamberger – Kuschel, Strodel, Rentsch

Ravensburg Towerstars
Tor: Schmidt
Abwehr: Dronia, Seifert – Sturm, Keller – Kolb, Haaranen – Supis
Sturm: Mayer, Merl, O’Donnel – Just, Driendl, Zucker – Brandl, Drews, Scoboda – Volek, Bassen, Fomin

Schiedsrichter: Jens Steinecke, Volker Westhaus
Strafen: Füchse 10, Ravensburg 13 + 20 (Just)
Zuschauer: 2.386