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Politik

Ex-Salafistenprediger Sven Lau kommt frei

Der Mönchengladbacher war 2017 wegen der Unterstützung der islamistischen Miliz Jamwa zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Jetzt kommt er vorzeitig frei.

Sven Lau 2017 im Gericht. © dpa

Der ehemalige Salafistenprediger und als Terrorhelfer verurteilte Sven Lau hat zwei Drittel seiner Haftstrafe verbüßt und kommt auf Bewährung frei. Der zuständige Senat gehe davon aus, dass der 38-Jährige keine Straftaten mehr begehe, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Oberlandesgerichts am Donnerstag zur Begründung. Von seiner einstigen radikal-islamischen Haltung habe sich Lau deutlich distanziert.

Wann Lau freigelassen werde, teilte das Gericht nicht mit. Der ehemalige Feuerwehrmann aus Mönchengladbach war im Juli 2017 als Terrorhelfer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil später bestätigt.

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Lau hatte laut Gericht die islamistische Terrorgruppe Jamwa unterstützt und Islamisten als Kämpfer vermittelt. Die Gruppe hatte sich später weitgehend der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Ein als Terrorist verurteilter Islamist hatte im Prozess gegen Lau ausgesagt, dieser sei in den Reihen der Jamwa in Syrien ein "gern gesehener Gast" gewesen.

Die Bewährungszeit für die vorzeitige Freilassung beträgt nach Gerichtsangaben fünf Jahre. In dieser Zeit müsse Lau strenge Auflagen erfüllen. Darunter seien die Bestimmung seines Wohnsitzes, Kontakt- und Aufenthaltsverbote sowie eine Teilnahme am Aussteigerprogramm für Islamisten, zudem müsse Lau Kontakt zu seinem Bewährungshelfer halten. Der Beschluss sei bereits rechtskräftig, der Generalbundesanwalt habe auf Rechtsmittel verzichtet.

Erst vor kurzem hatte Lau als Zeuge in einem Prozess gegen einen Bekannten aussagen müssen, der gestanden hatte, im Auftrag von Sven Lau Nachtsichtgeräte bezahlt zu haben. Ein weiterer Zeugenauftritt steht Lau in Wuppertal bevor. Dort beginnt am Montag die Neuauflage um die Umtriebe der sogenannten "Scharia-Polizei". In dem Zusammenhang war auch gegen Lau als mutmaßlichen Initiator ermittelt worden.

Die "Scharia-Polizei" war vor fünf Jahren durch Wuppertal gezogen und hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Das deswegen gegen Lau geführte Verfahren war aber mit Blick auf die seinerzeit schwerwiegenderen Vorwürfe der Terrorhilfe abgetrennt und eingestellt worden.

Das Oberlandesgericht hat nach eigenen Angaben vor der Entscheidung über die Freilassung unter anderem Stellungnahmen der Justizvollzugsanstalt, des Aussteigerprogramms für Islamisten und eines Sachverständigen eingeholt. Lau gehörte gemeinsam mit Pierre Vogel zu den bekanntesten Gesichtern des radikalen Islam in Deutschland. (dpa)