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Ex-Schwimmerin Samulski gestorben

Daniela Samulski, WM-Medaillengewinnerin von 2009, wäre in der kommenden Woche 34 Jahre alt geworden.

© Archiv/Bernd Thissen/dpa

Essen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere ärgerte sich Daniela Samulski kurz. Die Schwimmerin hatte 2009 in Rom über 50 Meter Rücken das WM-Gold als Zweite nur knapp verpasst. Als ihr die an Brustkrebs erkrankte Teamkollegin Janine Pietsch gratulierte, relativierte sich der Frust. „Da wird einem besonders klar, dass wir vor allem froh und glücklich sein müssen, dass wir gesund sind“, sagte Samulski.

Doch drei Jahre später traf es auch die Berlinerin, sie erkrankte an Unterleibskrebs, am Dienstag starb sie, am nächsten Donnerstag wäre sie 34 geworden. Sie hinterlässt einen Sohn. „Es ist unvorstellbar. Ich hoffe, es gibt einen schönen Ort, an den man kommt, wenn man geht“, sagte Britta Steffen, die 2009 an der Seite von Samulski WM-Silber und -Bronze mit der Staffel gewonnen hatte. „Sie war für viele ein Vorbild, ihre Fähigkeiten waren enorm. Sie war eine starke Frau.“

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Ganz so stark wie es den Anschein machte, war Samulski aber nicht. Schon als Jugendliche litt sie an Bulimie. „Ich konnte das gut vertuschen. Aufgefallen ist das niemandem“, sagte sie einmal in einem Bild-Interview. Sie habe versucht, im Nationalteam ihrem Spitznamen „Lachzwerg“ alle Ehre zu machen, aber „innerlich sah es dunkel aus“.

Die schockierende Diagnose Krebs zog ihr den Boden unter den Füßen weg. Samulski mied weitgehend die Öffentlichkeit, auf Schwimmfesten sah man sie so gut wie nie. Auch Bundestrainer Henning Lambertz, der Samulski bei der SG Essen jahrelang betreut hatte, verlor den Kontakt. Die Nachricht vom Tod seiner früheren Athletin bestürzte ihn. „Ich kann es nicht fassen. Sie war nicht nur eine unserer Besten, die wir in den vergangenen Jahren hatten, sie war auch eine ganz Besondere.“

Noch immer hält sie zwei deutsche Rekorde und über 50 Meter Rücken auch den Europarekord. Bei der WM 2009 schwamm sie auf dieser Strecke sogar einen Weltrekord, der jedoch nach nur drei Minuten verbessert wurde. Der Sport alleine genügte ihr nicht, sie begann ein Studium, nahm eine Auszeit, reiste nach Neuseeland und erklärte schließlich 2011 ihren Rücktritt – mit 26. Sie wolle nun Familie und Freunde in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen, erklärte sie damals. Nach mehreren Therapien galt sie als geheilt, doch der Krebs kehrte zurück.

Die Nachricht von ihrem Tod erschütterte die deutsche Schwimmszene. Paul Biedermann schrieb: „Ich bin sehr bestürzt.“ Und Franziska van Almsick erklärte: „Eine großartige Athletin ist von uns gegangen.“ (sid/SZ)