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Existenz eines neuen Wolfsrudels in der Oberlausitz bestätigt

Ein in den Königshainer Bergen tot aufgefundener Welpe führte die Forscher mit Hilfe genetischer Analysen auf die Spur. Unklar ist, wie weit sich das Revier nach Süden ausdehnt.

© Symbolbild: picture alliance / dpa

Rietschen/Kollm. In der Oberlausitz gibt es sicher ein neues Wolfsrudel. Das teilte das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz mit. Ein Welpe, der im Juni in den Königshainer Bergen tot aufgefunden wurde, hatte die Wolfsexperten aufhorchen lassen. Genetische Analysen ergaben nun, dass sich hier wirklich ein neues Rudel niedergelassen hat. Dabei handelt es sich um die ehemalige Fähe der Kollmer Wolfsfamilie. Sie hat sich mit einem unbekannten Rüden verpaart und Nachwuchs bekommen. Wie viele Welpen geboren wurden, ist nicht klar. Man weiß nur, dass der eine tote Welpe von ihr stammt - er starb im Alter von etwa sieben Wochen an einer Magen-Darm-Erkrankung.

Die Kollmer Fähe lebte ursprünglich mit dem besenderten Rüden Timo im Gebiet um die Hohe Dubrau/ Kollmer Höhen. 2013 hatte das Paar mindestens einen Welpen. Nachdem Timo im Januar 2014 das Sendehalsband nach zweijähriger Sendezeit planmäßig verlor, verschwand das Kollmer Rudel aus ungeklärter Ursache noch im selben Jahr. Seit Winter 2014/15 wird das ehemalige Kollmer Territorium von den beiden benachbarten Rudeln (Nieskyer- und Daubaner Rudel) eingenommen.

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Die Lage und Größe des neuen Territoriums der ehemaligen Kollmer Fähe und ihrer neuen Familie ist unbekannt, insbesondere wie weit es sich von den Königshainer Bergen nach Süden und Westen erstreckt, schreibt das Kontaktbüro in einem aktuellen Infobrief. Da sich 2015 auch westlich von Löbau bei Cunewalde Hinweise auf die Anwesenheit eines Wolfsrudels verdichten, stellt sich die Frage, ob dieses Gebiet noch zum Territorium des neuen Rudels der ehemaligen Kollmer Fähe gehört, oder sich westlich von Löbau bei Cunewalde ein weiteres Wolfsrudel neu gegründet hat. Um das zu klären, sind die Wissenschaftler auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Neben Sichtungsmeldungen sind insbesondere Hinweise auf Losungen (Wolfskot), Spuren oder Risse interessant. Günstig sind dabei Fotodokumentationen inklusive Größenvergleiche mithilfe eines danebengelegten Zollstocks oder eines anderen Gegenstands, zum Beispiel ein Taschentuch. (SZ)

Kontakt: Lupus-Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, Telefon: 035727 57762, E-Mail: [email protected] oder Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“, Telefon: 035772/ 46762, E-Mail: [email protected]).