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Expedition in Jonsdorfs Regenwald

© Matthias Weber

Das Schmetterlingshaus empfängt Besucher jetzt mit großflächigen Fotos. Eine zweite Neuerung fällt dagegen kaum auf.

Von Mario Sefrin

Frithjof Helle, der Geschäftsführer des Jonsdorfer Schmetterlingshauses, kann in diesen hochsommerlichen Tagen guten Gewissens zu einem Besuch der tropischen Schmetterlingshalle einladen. Zumindest an den Vormittagen: „Da ist es in der Flughalle sehr angenehm“, sagt Helle. Während die Temperaturen draußen schnell in schweißtreibende Bereiche steigen, ist die Flughalle angenehm temperiert. Und es gibt viel zu sehen: „Das Flug- und Balzverhalten ist bei Sonneneinstrahlung viel größer als sonst. Da werden die Schmetterlinge richtig aktiv“, sagt Helle.

Der Besuch des Jonsdorfer Schmetterlingshauses lohnt sich jetzt aber auch noch aus einem anderen Grund. Kann man doch dort neue Einblicke in die tropischen Regionen bekommen, in denen die herumfliegenden Schmetterlinge normalerweise beheimatet sind. Möglich machen das großformatige, auf PVC-Planen gedruckte Fotos, die seit Kurzem die Jonsdorfer Schmetterlingswelt umgeben. Bevor die Planen jedoch an den Innenwänden der Flughalle angebracht werden konnten, galt es einige Schwierigkeiten zu meistern, wie Frithjof Helle erzählt. „Die Idee dazu hatte unser Hausmeister Steffen Förster. „Er hat danach auch die meiste Arbeit gehabt.“ So musste erst nach den passenden Fotomotiven gesucht werden, danach mussten die Rechte der ausgewählten Bilder, die Ansichten von Regenwäldern und eine tropische Landschaft zeigen, geklärt werden, um sie nutzen zu dürfen. Doch die größte Schwierigkeit stand noch bevor: Wie bekommt man die normalen Fotos auf die großen Bahnen, ohne Abstriche an der Bildqualität zu machen? „Eine Plane ist immerhin 18 Meter lang, 3,80 Meter hoch und wiegt 30 Kilogramm“, erklärt Frithjof Helle. „Wenn man normale Fotos auf diese Größe bringen will, ist am Ende alles verpixelt und nichts mehr zu erkennen.“ Professionelle Hilfe fanden die Jonsdorfer aber bei der Firma „Lausche Video“ aus Waltersdorf. „Dort wurden die Bilder so bearbeitet, dass wir sie drucken konnten“, sagt Frithjof Helle. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, freut sich der Geschäftsführer nun bei einem Rundgang durch die Flughalle des Schmetterlingshauses. Die Besucher könnten den Rundgang nun noch intensiver erleben, da die großflächigen Fotos der Halle nun mehr Tiefe geben. Man meint wirklich, durch den Regenwald zu spazieren. „Natürlich ergeben sich für die Besucher nun auch ganz neue Fotomotive“, sagt Frithjof Helle. In einem Bereich wechselt der Blick vom Inneren des Regenwaldes zu einer Aufnahme einer tropischen Landschaft. Darauf sind Kahlschläge und Brandrodungen ebenso zu sehen wie Plantagen. Frithjof Helle misst auch dem eine besondere Bedeutung zu: „Wenn wir künftig Führungen, zum Beispiel für Schulklassen, anbieten, können wir nun noch besser erklären, welche Folgen der Lebenswandel, auch von uns hier in Europa haben kann.“

Die großflächigen Foto-Planen verdecken beinahe den Blick darauf, dass sich in den vergangenen Monaten noch mehr in der Flughalle des Schmetterlingshauses getan hat. Denn auch die Gaze an den Fenstern rund um die Halle wurde erneuert. „Das wurde auch Zeit, schließlich wurde die Gaze seit 13 Jahren nicht mehr erneuert“, sagt Helle. Diese Gaze ist doppelt wichtig: Zum einen soll sie verhindern, dass Schmetterlinge nach draußen entkommen, zum anderen sollen Tiere von draußen natürlich nicht in die Flughalle gelangen. Doch das alte Gewebe sei, vor allem bedingt durch Schmutz, mit der Zeit immer luft- und lichtundurchlässiger geworden. „Die jetzige Gaze ist nun großmaschiger“, sagt Frithjof Helle und hofft, dass das neue Gewebe neben mehr Licht und Luft auch Effekte bei den Energiekosten mit sich bringt. „Die alte Gaze hat irgendwann die Heizwärme nicht mehr richtig durchgelassen“, so Helle. Rund 7 000 Euro hat das Schmetterlingshaus in die Fotoplanen und die neue Gaze investiert. Fördermittel hat es dafür keine gegeben, die Umbauarbeiten erfolgten bei laufendem Betrieb. Frithjof Helle freut sich, dass die Arbeiten nun fast fertig sind und die Besucher die umher flatternden durchschnittlich 20 bis 25 Schmetterlingsarten in nunmehr „erweiterter“ Umgebung betrachten können.