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Experimental-Archäologe hofft nach Pyramiden-Urteil auf Berufung

Ein Experimental-Archäologe sieht sich und seine Helfer zu Unrecht des Diebstahls aus der Cheops-Pyramide angeklagt. Um seine ägyptischen Kollegen zu unterstützen, sammelt er Spenden.

© dpa

Chemnitz/Kairo. Rund einen Monat nach dem ägyptischen Urteil wegen Diebstahls aus der Cheops-Pyramide hofft der beschuldigte deutsche Experimental-Archäologe auf ein Berufungsverfahren. „Das werden die sechs betroffenen Ägypter anstrengen“, sagte Dominique Görlitz aus Chemnitz am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Verurteilte deutsche Staatsbürger könnten nach ägyptischem Recht keinen Widerspruch gegen das Urteil einlegen.

„Wir unterstützen die Angeklagten so gut es geht, etwa mit einem Anwalt vor Ort“, erklärte Görlitz. Der Wissenschaftler, zwei deutsche Kollegen sowie ihre sechs ägyptische Helfer wurden Mitte November in Ägypten zu fünf Jahren Haft für den Diebstahl von Teilen der Cheops-Pyramide verurteilt. Die drei Deutschen waren nicht vor Ort, ihre einheimischen Helfer mussten aus der Untersuchungshaft direkt ins Gefängnis. Für sie und ihre Familien sammelt Görlitz nun Geld über Facebook. Rund 2500 Euro seien bisher zusammengekommen.

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Sollte der Widerspruch erfolgreich sein, hofft Görlitz, dass das Urteil für unwirksam erklärt wird. Hoffnung schöpft der Chemnitzer aus einem aktuellen Interview mit einem ägyptischen Polizeichef. Demnach sei eine Untersuchung der Cheops-Pyramide ohne Genehmigung von höchster Stelle nicht möglich. Görlitz sieht damit seine Angaben bestätigt, sämtliche Erlaubnisse eingeholt zu haben.

Der Experimental-Archäologe war im April 2013 mit zwei Kollegen nach Ägypten gereist, hatte Gesteinsproben entnommen und zu Untersuchungen nach Deutschland gebracht. Die ägyptische Staatsanwaltschaft bezeichnete den Vorgang als Diebstahl, weil ihnen eine Genehmigung fehlte. Das hatten die Angeklagten stets abgestritten. (dpa)