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Gesetz scheitert an der Praxis

Es soll Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen und Männern aufdecken - doch nach Expertenansicht tut das Entgelttransparenzgesetz gerade das in der Praxis nicht.

© Symbolbild/dpa

Bonn/Freiburg. Es soll Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen und Männern aufdecken - doch nach Expertenansicht tut das Entgelttransparenzgesetz gerade das in der Praxis nicht. Ein Grund dafür ist die Form, in der Unternehmen Auskunft über Gehaltsunterschiede geben müssen, erklärt Arbeitsrechtler Prof. Gregor Thüsing im „Personalmagazin“ (Ausgabe 10/2017).

Mit dem neuen Gesetz können Beschäftigte bei ihrem Arbeitgeber erfragen, was Kollegen des anderen Geschlechts mit ähnlichen Tätigkeiten verdienen. Der muss dann aber nicht den Durchschnitt angeben, sondern den sogenannten Median. Und das sorgt für Probleme, so der Direktor des Instituts für Arbeitsrecht an der Universität Bonn. Denn der Median von Frauen- und Männergehältern kann selbst dann identisch sein, wenn Männer durchschnittlich mehr verdienen - und umgekehrt. Denn größere Ausreißer beeinflussen beim Median das Ergebnis nicht.

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Außerdem erfahren Beschäftigte mit dem neuen Gesetz nur das Median-Gehalt von Kollegen des jeweils anderen Geschlechts - nicht aber, was Kollegen ihres Geschlechts verdienen. Gibt es auch unter Frauen oder Männern große Lohnunterschiede, zeichnet die Auskunft daher möglicherweise ein schiefes Bild. (dpa)