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Experte spürt im Stasiknast Wanzen in Zellenwänden auf

Bautzen. Fachleute des Fraunhofer-Instituts haben mehrere versteckte Mikrofone in den Zellenwänden des Stasiknastes BautzenII aufgespürt. Mit diesem Fund wird der Verdacht vieler ehemaliger politischer Gefangener bestätigt.

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Bautzen. Fachleute des Fraunhofer-Instituts haben mehrere versteckte Mikrofone in den Zellenwänden des Stasiknastes BautzenII aufgespürt. Mit diesem Fund wird der Verdacht vieler ehemaliger politischer Gefangener bestätigt. Neben Verhören und dem Einsatz von Spitzeln wurden die Häftlinge zusätzlich durch versteckte Kameras und Wanzen lückenlos überwacht.

Im Auftrag der Gedenkstätte Bautzen erarbeitet momentan das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie eine Analyse über die in BautzenII verwendete Überwachungs- und Abhörtechnik. Dabei wurden nun erstmals gezielt versteckte Mikrofone freigelegt. Für die Häftlinge waren die Wanzen unauffindbar. Hinter Putz, mehreren Farbschichten und der Scheuerleiste versteckt, hörten in mindestens drei Zellen des Isolationstrakts je zwei Mikrofone die Gespräche ab. – Für das wissenschaftliche Gutachten recherchiert Daniel Beer, Akustik-Spezialist des Fraunhofer-Instituts, in Bauplänen, Stasi-Unterlagen und Zeitzeugenberichten. Aus seiner Sicht ist vor allem noch zu klären, in welcher Qualität Gespräche aufgenommen oder mitgehört wurden und wer die kleinen Mikrofone mit der Aufschrift ‚Made in Germany‘ herstellte. Die Spur der jetzt entdeckten Wanzen verliert sich auf dem Dachboden. Dort fand Beer nur noch sauber abgetrennte Kabel. (SZ)