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Experten senken Wachstumsprognose

Die OECD geht für 2019 von nur noch 0,7 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland aus. 

© imago/Christian Ohde

Paris. Nach Einschätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird die Wirtschaft in Deutschland dieses Jahr nur gering zulegen. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht erwartet sie für 2019 nur noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 0,7 Prozent. Damit würde das Bruttoinlandsprodukt in der größten europäischen Volkswirtschaft nur noch halb so stark steigen wie 2018.

2020 soll die Wirtschaft hierzulande dann um 1,1 Prozent zulegen. Zuvor waren die Ökonomen von plus 1,4 Prozent ausgegangen.

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In der gesamten Eurozone hat sich die Konjunktur nach Einschätzung der Experten deutlich abgekühlt. Im Währungsraum rechnet die Organisation für 2019 nur noch mit einem Wachstum von 1,0 Prozent statt 1,8 Prozent, wie noch im November erwartet.

Die Gründe für das Abflauen sehen die OECD-Experten unter anderem in einer schwächeren Weltwirtschaft, von der Deutschland besonders abhängig ist. Sie verwiesen unter anderem auf die Entwicklung in China. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gebe es weiter Sorgen, dass der konjunkturelle Abschwung andauern könnte.

Begründet wird die Skepsis mit zahlreichen Handelskonflikten. "Die im letzten Jahr eingeführten Handelsbeschränkungen beeinträchtigen das Wachstum, die Investitionen und den Lebensstandard, insbesondere für Haushalte mit niedrigem Einkommen", hieß es im Bericht. 

Die OECD nannte aber auch die hohen politischen Unsicherheiten und den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU. "Ein ungeordneter Austritt würde die Kosten für die europäischen Volkswirtschaften erheblich erhöhen", hieß es. Direkt und stark betroffen wäre vor allem Großbritannien. Jedoch würden auch die anderen europäischen Volkswirtschaften belastet, weil Großbritannien ein wichtiger Handelspartner sei.

Die Experten nennen aber auch einige Faktoren, die die weltweite wirtschaftliche Schwächephase dämpfen. Sie verweisen etwa auf die stabilen Arbeitsmärkte und das zunehmende Lohnwachstum. Darüber hinaus gebe es Anzeichen, dass die großen Notenbanken beim Anheben der Leitzinsen Pausen einlegten. Dies habe dazu beigetragen, dass sich die Finanzmarktbedingungen sowohl in den Industrieländern als auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften erholt haben. (dpa)