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Explosion in Leipziger Plattenbau

Nach Detonation und Feuer müssen Mieter ihre Wohnungen räumen. Die Ursache bleibt rätselhaft.

© dpa

Ein lauter Knall durchbrach am frühen Sonnabendnachmittag die Ruhe im Leipziger Stadtteil Meusdorf. In einem Plattenbau ereignete sich eine schwere Explosion. Flammen schlugen aus dem Gebäude. Die betroffene Wohnung im dritten Obergeschoss geriet in Brand. Eine 38-Jährige aus der Etage darüber sprang nach Angaben der Polizei vom Sonntag vom Balkon ihrer Wohnung in die Tiefe – aus Angst und Verzweiflung. Die Frau wurde schwer verletzt. Bei einer 42-Jährigen bestand Verdacht auf Rauchvergiftung, ein 69-Jähriger erlitt eine Platzwunde.

Auch der zunächst verreiste Wohnungsmieter kam nach seiner Rückkehr ins Krankenhaus. Er erlitt einen Schock, als er über das Geschehen informiert wurde, wie ein Polizeisprecher sagte. Feuerwehr und Rettungskräfte brachten 21 Menschen in Sicherheit. Sie konnten vorerst nicht in ihre Wohnungen zurück. Das Gebäude ist stark beschädigt und muss statisch untersucht werden, so die Polizei. Als Unterkunft stand auch ein Hotel zur Verfügung.

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Bild der Verwüstung

Den Einsatzkräften bot sich ein Bild der Verwüstung: Die Wucht der Detonation hat Teile der Fassadenverkleidung und die Brüstung des Balkons der betroffenen Wohnung abgerissen, Möbel und Gegenstände wurden heraus- und bis auf den Spielplatz hinterm Haus geschleudert. Auch die Fensterrahmen flogen heraus oder hängen am „seidenen Faden“, die Straße war mit Glassplittern übersät. Rußspuren auf Vorder- und Rückseite der Außenwand markieren, wo Flammen aus den Fensterhöhlen schlugen. Auch neun parkende Fahrzeuge wurden beschädigt.

Schon kurz nach Abschluss der Löscharbeiten begannen Experten mit der Suche nach der Ursache der Explosion. Beteiligt waren Kriminaltechniker, Brandursachenermittler und Beamte des Brandkommissariats .Nach Angaben der Feuerwehr und des Vermieters, der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft, gibt es keine Gasleitung in dem Haus.

Die Explosion könnte durch eine Verpuffung ausgelöst worden sein. Die Ermittler gehen nach der Untersuchung der betroffenen Wohnung davon aus, dass sich ein Gas-Luft-Gemisch entzündete. Die Art und Weise, wie das geschehen ist, sei bisher unbekannt. Anwohner berichteten nach Angaben der Leipziger Volkszeitung, dass in einigen Wohnungen mit Propangasflaschen gekocht worden sei, da Arbeiten an den elektrischen Leitungen vorgenommen wurden. Einige Mieter konnten deswegen ihren Elektroherd nicht nutzen.

Nachbarn hatten gegen 14 Uhr die Notrufnummer gewählt und von einem „lauten Rums“ berichtet. 40 Polizeibeamte der Polizeidirektion Leipzig, 50 Feuerwehrleute und etwa 25 Rettungskräfte inklusive Notarzt waren schnell vor Ort. Vor dem Wohnblock befanden sich 21 Personen, die selbstständig das Gebäude verlassen hatten. Der Wohnungsmieter war zu dem Zeitpunkt in Thüringen und kam am Abend zurück, nachdem ihn seine Mutter über das Unglück informiert hatte. Der 28-Jährige wurde sofort in die Notaufnahme gebracht und konnte bisher nicht befragt werden. (dpa)