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Explosion vor AfD-Büro in Döbeln: Motiv noch unklar

Die mutmaßlichen Täter sind wieder auf freiem Fuß. Einen Haftbefehl gibt es bisher nicht. Das sorgt für Unverständnis.

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Bei einem Sprengstoffanschlag am 4. Januar wurde das AfD-Büro in Döbeln beschädigt.
Bei einem Sprengstoffanschlag am 4. Januar wurde das AfD-Büro in Döbeln beschädigt. © André Braun

Döbeln. Die drei mutmaßlichen Täter, die am Donnerstagabend vor dem Döbelner Bürgerbüro der AfD einen noch unbekannten Sprengsatz gezündet haben, sind seit Freitag wieder auf freiem Fuß. Wie Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart auf Nachfrage bestätigt hat, bestehe bei den Verdächtigen keine Fluchtgefahr, da sie einen festen Wohnsitz und feste soziale Bindungen haben.

 Nur einer der drei Deutschen im Alter von 29, 32 und 50 Jahren sei vorbestraft, so die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Auch eine Wiederholungsgefahr würde nicht bestehen, so die Begründung für die Freilassung weiter. Offenbar haben sich die Festgenommenen in der Vernehmung zu der Tat geständig geäußert, auch deshalb sei kein Haftbefehl ergangen.

Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Dresden laufen unterdessen weiter. Wie die stellvertretende Pressesprecherin Kathlen Zink erläuterte, müssen die Spuren der Tat weiter ausgewertet und zudem noch Zeugen befragt werden. 

„Über die Motivlage können wir noch nichts sagen, wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte sie. Demnach könne weder eine politische Motivation noch Vandalismus nicht ausgeschlossen werden. Auch sie bestätigte, dass es zum aktuellen Zeitpunkt keine ausreichenden Haftgründe für eine Untersuchungshaft gebe.

Für Silke Forbriger, die das AfD-Bürgerbüro tagtäglich für Besucher offen hält, ist vollkommen unverständlich, dass die drei Tatverdächtigen weiter auf freiem Fuß sind. „Ich hätte erwartet, dass sich der Generalbundesanwalt in diesem Fall einschaltet und ermittelt“, so die Döbelnerin.

 Erst am Wochenende habe sie das Ausmaß des Anschlages richtig verinnerlichen können. „Mir geht es nicht gut, ich versuche, nicht lange darüber nachzudenken“, sagt sie. Auch den Bewohnern des Hauses stecke der Schreck noch tief in den Knochen.

Die Aufräumarbeiten in dem Büro gestalten sich ihrer Aussage nach aufwendiger als zunächst angenommen. „Durch die heftige Explosion sind zwar die speziellen Schaufensterscheiben nicht komplett zerstört worden, aber es hat sich im Büro überall ein feiner Sandstaub gebildet. Dieser muss entfernt werden“, berichtet Silke Forbriger. Die Glasfronten wurden von einem Fensterbauer zunächst gesichert. Nach wie vor sei das Bürgerbüro für Besucher geöffnet, so Forbriger. „Aber ich will hier jetzt nicht allein sein. Es ist immer eine zweite Person vor Ort.“ (DA/vt)

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