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Explosive Stimmung

Beim Hinspiel in Nürnberg sieht Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus eine Unsportlichkeit und verweigert seinem Kollegen den Handschlag. Am Karsamstag will der Club seinen Aufstiegsplatz verteidigen.

© Robert Michael

Von Daniel Klein

Das Hinspiel im Max-Morlock-Stadion ist kein normales. Und das liegt an der hektischen Schlussphase. Erst erzielt Cedric Teuchert das 2:1 für Nürnberg und damit den Endstand, dann rückt Club-Trainer Michael Köllner einen in seine Richtung trudelnden Ball nicht raus. Und in der Nachspielzeit sieht Philip Heise nach einem rüden Einsteigen zurecht Rot, wird für drei Partien gesperrt. Die Stimmung auf der Pressekonferenz danach ist im Dynamo-Lager explosiv, Sportvorstand Ralf Minge kann als Zuhörer in der letzten Reihe nur schwer an sich halten, Trainer Uwe Neuhaus platzt der Kragen. „Das Verhalten kann ich überhaupt nicht gutheißen. Ich finde, das gehört sich nicht, und das darf auf dem Platz nicht stattfinden“, poltert er und verweigert seinem Kollegen den obligatorischen Handschlag. Der kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Als der Ball in seine Richtung und damit ins Seitenaus gerollt war, hatte Köllner ihn nicht gestoppt, sondern stattdessen sein Bein gehoben. Dadurch trudelte er auf die Nürnberger Bank, Aias Aosman bemühte sich lange vergeblich um die Herausgabe. „Die Partie war wegen eines Wechsels ohnehin unterbrochen, was gibt es da für eine Aufregung“, fragt er. „Ich verstehe nicht, warum das eine Unsportlichkeit sein soll.“

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Vor dem Rückspiel am Karsamstag (Anstoß 13 Uhr) im DDV-Stadion könnte das Klima zwischen den beiden Cheftrainern also etwas frostig sein. Brisant ist die Partie aber auch sportlich. Während Dynamo gegen den Abstieg kämpft, wollen die Franken ihren Aufstiegsplatz verteidigen. Von den ehemals acht Punkten Vorsprung auf den drittplatzierten Holstein Kiel sind nach vier Spielen ohne Sieg nur noch zwei Zähler übriggeblieben. „Die Länderspielpause war deshalb wichtig für uns“, erklärt Köllner, „um den Kopf frei zu bekommen und um intensiv zu trainieren.“ Üben müssen die Nürnberger vor allem die Abschlüsse, in den vergangenen vier Partien erzielte die Mannschaft ein einziges Tor. „Wir brauchen etwas mehr Glück im Strafraum“, meint der Trainer.

Eduard Löwen, der zusammen mit Dynamo-Torwart Markus Schubert in den vergangenen Tagen mit der U21-Auswahl im Kosovo unterwegs war, findet, dass es aktuell schwierig sei. „Wir schießen nicht so viele Tore. Aber wir müssen einfach weitermachen, beharrlich und geduldig bleiben, uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir wissen, wir haben eine gute Mannschaft und werden hoffentlich die nächsten Spiele wieder gewinnen.“ Löwen gilt als größtes Talent beim Club, er ist eine Art Versprechen auf eine bessere Zukunft. Für die gibt es nur eine Option: Nach vier Jahren in Liga zwei soll es endlich wieder zurück ins Oberhaus gehen. „Den dritten Platz will man nicht unbedingt, aber letztendlich lautet das klare Ziel: Aufstieg“, sagt Löwen. Egal wie.

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Dynamos Bilanz gegen Nürnberg: 11 Spiele, 1 Sieg, 4 Remis, 6 Niederlagen; 8:19 Tore.

Dynamos Heimbilanz gegen Nürnberg: 5 Spiele, 0 Siege, 2 Remis, 3 Niederlagen; 4:9 Tore.