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Explosive Stimmung im Feuerwehrhaus

Die Umkleidekabinen sind in einem desolaten Zustand. Doch der Stadt fehlt für eine Renovierung das Geld.

© Dietmar Thomas

Von Tina Soltysiak und Andreas Neubrand

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Waldheim/Reinsdorf. Dass das Feuerwehrgerätehaus in Reinsdorf endlich gesichert wird, darüber sind die Kameraden und der Ortschaftsrat prinzipiell froh. Doch mit dem Ergebnis der Arbeiten erklärte sich Ortswehrleiter Sven Hempel auf DA-Nachfrage mehr als unzufrieden: „Es gefällt mir überhaupt nicht. Es war klar, dass die Reparaturen erst einmal nur provisorisch sind. Aber auch ein Provisorium kann und sollte ordentlich aussehen.“ Das Gebäude ist teilunterkellert. Auf dem Fußboden rissen die Fliesen. Als die Stadt der Ursache auf den Grund ging, wurde festgestellt: Die Eisenträger, die die Decke des Kellers tragen, sind verrottet. „Wir sollten unsere Garderobe ausräumen. Das haben wir gemacht. Die Baufirma hat den Raum etwas gedämmt und eine neue Trockenbauwand gestellt. Die ist aber nicht einmal verschliffen worden“, bemängelte der Ortswehrleiter. Zudem solle diese Wand keinen Anstrich bekommen. „Der Planer sagte mir, damit die Wand atmen kann, kommt keine Farbe drauf. Das ist aber Quatsch. Bei sich zuhause würde doch auch niemand eine Wand einfach so lassen. Es gibt auch spezielle Farbe, mit der die Wand trotzdem atmen kann“, meint Hempel. Er ist der Überzeugung: „Hätte die Stadt uns das Geld zur Verfügung gestellt, wir hätten die Arbeiten auch erledigt – und zwar ordentlich. Wir wollen ja nicht undankbar sein. Aber mit der Reparatur sollte sich für uns ja auch eine Verbesserung einstellen.“

Auch Ortsvorsteher Michael Aniol (CDU) zeigte sich enttäuscht: „Bei der letzten Baubegehung wurde weder jemand vom Ortsvorstand, noch von der Feuerwehr eingeladen. Obwohl wir ausdrücklich darum gebeten hatten. Da fühlen wir uns schon hintergangen.“

Ein weiterer wunder Punkt sei die mangelnde Kommunikation mit der Baufirma, dem Planungsbüro Dirk Becker aus Waldheim. „Erst sagen sie uns, wir sollen unsere Kleidung in die Umkleide räumen. Ein paar Tage später sagen die Bauarbeiter zu Herrn Aniol, wir sollen sie wieder rausräumen, weil die Wand nochgeschliffen werden muss“, so Sven Hempel. Dabei haben er und seine Kameraden viele Fragen: „Wie geht es weiter? Wo ist der Bauablaufplan? Wann sind die Arbeiten fertig?“

Mangelndes Equipment

Auch die unzureichende Ausstattung ist vielen bei der Feuerwehr ein Dorn im Auge. „Hier gibt es nicht einmal ein Telefon oder einen Computer. Von Internet ganz zu schweigen“, sagte Ortschaftsratsmitglied Ronny Fischer. „Vorträge und Schulungen für jüngere Kameraden müssen daheim vorbereitet werden. Anders geht es nicht.“ Gerade in der Jugendarbeit würde der Raum zunehmend zum Problem. „Es wird immer schwieriger, junge Leute für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern“, so Ronny Fischer.

Bauamtsleiter Michael Wittig sagte dazu auf DA-Nachfrage: „Wir haben alles richtig gemacht. Als Erstes haben wir provisorisch eine Heizung eingebaut.“ Das sei das Wichtigste gewesen. „Danach sehen wir dann, wie es weiter geht. Für mehr muss erst einmal genügend Geld da sein.“ Und das sei zur Zeit das Problem. Ohne zu wissen, wann und wie viel Geld dieses Jahr bereit steht könne zu dem Thema nicht mehr gesagt werden. „Alles hängt also vom diesjährigen Haushaltsplan ab. Und der muss erst noch erstellt und verabschiedet werden“, so Wittig

Doch Ortswehrleiter Sven Dabei kann durchaus auch positives über die Zusammenarbeit mit der Stadt berichten. „Es ist ja nicht alles schlecht. Es gibt auch Bereiche, wo es gut läuft“, räumt er ein. „Alles, was mit unserem persönlichen Schutz zu tun hat funktioniert. Wenn wir neue Uniformen oder Helme brauchen, sind die recht schnell da. Da wird für uns gesorgt. Das klappt hervorragend.“

Doch statt in der dafür vorgesehenen Umkleide hängt die wertvolle Einsatzkleidung der Kameraden nach wie vor im Schulungsraum. Dieser dient den Männern bis auf Weiteres somit auch als Umkleideraum.