Merken

Extremisten drohen mit neuen Anschlägen

Gaza/Hebron. Nach der Tötung eines Dschihad-Führers durch israelische Soldaten in Hebron hat die radikale Palästinensergruppe gestern neue Anschläge auf Israelis angedroht. Mohammed Sider, Chef des Islamischen Dschihad in Hebron im Westjordanland, kam nach einem stundenlangen Feuergefecht ums Leben.

Teilen
Folgen

Gaza/Hebron. Nach der Tötung eines Dschihad-Führers durch israelische Soldaten in Hebron hat die radikale Palästinensergruppe gestern neue Anschläge auf Israelis angedroht. Mohammed Sider, Chef des Islamischen Dschihad in Hebron im Westjordanland, kam nach einem stundenlangen Feuergefecht ums Leben. Israelische Soldaten feuerten Raketen auf das Gebäude, in dem er sich verschanzt hatte.

In den frühen Morgenstunden waren israelische Truppen in die Altstadt von Hebron eingedrungen, um Sider festzunehmen. Die israelische Armee wirft ihm vor, einen neuen Anschlag in Israel vorbereitet zu haben. Zudem sei er für zahlreiche Gewalttaten in den vergangenen Jahren sowie den Tod von 19 Israelis und zwei internationalen Beobachtern in Hebron verantwortlich.

Eine Armeesprecherin betonte, Ziel des Einsatzes sei die Festnahme von Sider und nicht seine Tötung gewesen. Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas rechtfertigte die Militäraktion gegen den Dschihad-Chef in Hebron als „Entschärfung einer tickenden Bombe“.

Im Askar-Flüchtlingslager nahe Nablus hatten israelische Soldaten zuvor das Haus eines Selbstmordattentäters zerstört, der sich zwei Tage zuvor nahe der Siedlerstadt Ariel in die Luft gesprengt hatte. Dabei war ein Israeli getötet worden. Bereits am Mittwoch hatte die Armee das Haus eines zweiten Attentäters gesprengt, der in Rosch Ha-Ain einen Israeli mit sich in den Tod gerissen hatte.

Ungeachtet der neuen Gewalt gingen die diplomatischen Bemühungen zur Umsetzung des internationalen Friedensplans weiter. US-Vermittler John Wolf traf in Tel Aviv mit dem israelischen Verteidigungsminister Schaul Mofas zusammen. Unterdessen rief der palästinensische Arbeitsminister Ghassan Chatib die internationale Gemeinschaft auf, Israel zur Umsetzung des internationalen Friedensplans zu zwingen. Solange die israelische Armee die Palästinensergebiete besetzt halte, sei eine Zerschlagung der Extremistengruppen undenkbar. (dpa)