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Fähren sind Kulturgut

SZ-Lokalchef Peter Redlich über den Zustand der Schiffe im Elbland.

Peter Redlich © SZ-Fotomontage

Coswigs Ordnungsamtsleiter Olaf Lier hat recht. Die vier noch verbliebenen Elbfähren im Kreis Meißen sind Kulturgut. Mit dem großen Wort will er eigentlich nichts anderes sagen, als dass die kleinen Schiffe, die mit ihren Besatzungen dafür sorgen, dass Berufspendler und Touristen von einem Ufer zum anderen gelangen, unbedingt erhalten bleiben sollen.

Es gab sogar mal viel mehr Fähren, als die Menschen noch mit weniger Autos unterwegs waren. Was jetzt noch übersetzt, ist ohnehin nur noch das Mindeste an Mobilität auf der Elbe. Ganz nüchtern betrachtet würden ohne die Fähren noch mehr Menschen mit dem Auto fahren, um von Coswig über Dresden nach Gauernitz oder Schloss Schönfeld zu gelangen. Oder sie würden ganz vorbeifahren. Elberadler – eine wesentliche wirtschaftliche Größe im Elbland – würden linkselbisch an Sörnewitz, Brockwitz und Radebeul vorbeifahren. Schüler von der linken Elbseite müssten von den Eltern zur Schule nach Coswig gefahren werden oder mit dem Bus einen Riesenumweg nehmen.

Das alles will Olaf Lier vermeiden, wenn er von Kulturgut spricht. Kulturgut wie eine Meißner Burg, eine Weinlandschaft braucht Zuschüsse – üblicherweise vom Land. Das sollte es auch für die Fähren geben. Damit Coswig, Riesa und Strehla ihre inzwischen alten und reparaturanfälligen Schiffe weiter übersetzen lassen können.

E-Mail an Peter Redlich

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