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Fahrradhändler kommt zurück nach Zittau

Fahrradhändler Jens Jankowski zieht von Mittelherwigsdorf an den Ottokarplatz. Rundum gibt es schon drei etablierte Läden.

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© Bernd Gärtner

Von Mario Heinke

Fahrradhändler Jens Jankowski hat sich in den vergangenen Tagen als Zimmermann betätigt. In dem 80 Quadratmeter großen Laden am Ottokarplatz liegen Balken, Bretter und Späne herum. Gemeinsam mit Mitarbeiter Max Richter hat Jankowski mit viel Holz eine Einrichtung auf zwei Etagen gebaut. „Oben ist das Büro“, sagt er. Heute eröffnet der Fahrradladen „JJ Bikes“ um 9 Uhr in der Reichenberger Straße 56. Die Eingangstür des Ladens führt jedoch direkt auf den Ottokarplatz.

Jens Jankowski ist kein Unbekannter. Der 29-jährige Mountainbiker und Triathlet startete im Juni 2013 in die Selbstständigkeit und eröffnete den ersten Laden in einer Halle am ehemaligen BMW-Autohaus in Pethau. Drei Monate nach der Eröffnung räumten Diebe das Geschäft komplett aus. Wegen Problemen mit dem insolventen Vermieter in Pethau zog der Existenzgründer im November 2013 in den Kaufpark Mittelherwigsdorf. „Dort ist es sehr ruhig“, umschreibt Jankowski die Umstände, die ihn nun dazu bewogen, mit dem Geschäft wieder nach Zittau zu ziehen. Der Laden am Ottokarplatz ist nicht zu übersehen und soll mehr Aufmerksamkeit und Kunden bringen, so die Hoffnung.

Anders als im klassischen Fahrradhandel stehen bei „JJ Bikes“ nur wenige Fahrräder im Laden. Stattdessen sind zahlreiche Einzelteile, Ausrüstungsgegenstände und Zubehör zu sehen. Jankowski verkauft kaum Fahrräder von der Stange, sondern setzt jedes Trekking-, Mountainbike oder Rennrad individuell zusammen. Auch Räder im Retro-Stil oder mit dem Namen des Besitzers auf dem Rahmen sind machbar.

Bevor Jankowski ein Fahrrad verkauft, vermisst er den Kunden und analysiert dessen Sitzposition. Eine zeitaufwendige Geschichte. Heraus kommt am Ende ein Unikat, das auf die Bedürfnisse und den Geldbeutel seines Besitzers zugeschnitten ist. So kann ein Fahrrad zwischen 300 und 12 000 Euro kosten. Eine Beratung kann schon mal drei Stunden dauern, sagt Jankowski. Deshalb habe er eine Cappuccino- und Keksbar eingerichtet, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen und die Wartezeit zu verkürzen. „Exklusive Kekse vom regionalen Bäcker und der Dresdner Kexerei“, wirbt der Inhaber. „Natürlich führen wir auch ganz normale Reparaturen durch und bieten den klassischen Service rund ums Fahrrad“, so der Zittauer.

Seit dem Auszug des Eine-Welt-Ladens standen die Gewerberäume in der Reichenberger Straße 56 – so die Postanschrift – leer. Die Wohnbaugesellschaft Zittau vermietet die Räume und erneuerte vor dem Einzug noch die elektrische Anlage. Im Umkreis von wenigen Hundert Metern sind nun vier Fahrradhändler ansässig. Das Quartier wird damit zu einer Art regionalem Fahrrad-Kompetenzzentrum. Neben dem Ladengeschäft bietet Jankowski seine Räder und Produkte auch in einem Onlineshop an. „Der Schlüssel zum Erfolg eines Athleten ist der Einklang zwischen ihm und seiner Maschine“, mit diesem Satz, der den ganzen Aufwand rund um das Fahrrad erklärt, wirbt er auf seiner Internetseite.