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Fahrzeugelektrik setzt auf Elektro-Autos

Die Firma hat ihre E-Mobil-Flotte verstärkt – und entwickelt jetzt verstärkt Produkte für die Technologie der Zukunft.

© Dirk Zschiedrich

Von Thomas Möckel

Pirna. Evelyn Duarte Martinez, Geschäftsführerin der Fahrzeugelektrik Pirna (FEP), wirft einen prüfenden Blick unter die Motorhaube, sie sucht nach bestimmten Merkmalen. Es dauert nicht lange, da hat sie mit dem Blick eines Kenners Hinweise ausgemacht, die auf das Unternehmen hindeuten. Mehrere Anschlussklemmen, Stecker und Verbindungen an Kabelbäumen stammen von der FEP. Selbst der Öldruckschalter, ein Vorzeigeprodukt des Automobilindustrie-Zulieferers, ist am Motor montiert. Sämtliche Bauteile stecken in einem für die Firma besonderen Fahrzeug.

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Die Komponenten gehören zu einem Audi A 3 E-Tron, ein Hybrid-Auto, das wahlweise mit Elektro- oder Benzinmotor gefahren werden kann. Im reinen Elektrobetrieb hat die Karosse eine Reichweite von 50 Kilometern, zwei bis vier Stunden braucht es, ehe die Akkus wieder voll geladen sind. Zwei dieser Wagen hat die FEP bereits im Fuhrpark, der dritte verstärkt nun die E-Mobil-Dienstwagenflotte. Sie hat sozusagen eine Doppelfunktion.

Die Mitarbeiter der FEP, die die Karossen fahren, wollen sich künftig noch umweltfreundlicher fortbewegen und setzen dazu auf die fortschrittliche Technologie. Das Unternehmen arbeitet eng mit der Firma Ehrlich in Leupoldishain zusammen, beide gehören zum Amphenol-Konzern, in Leupoldishain entsteht gerade eine neue gemeinsame Produktions- und Lagerhalle. „Wir müssen viel zwischen den beiden Standorten hin- und herpendeln, da passen die E-Autos mit ihrer Reichweite genau richtig“, sagt FEP-Sprecher Daniel Rabe. An beiden Orten gibt es Ladestationen für die Autos. Und auch für längere Fahrten zu Firmen, die die FEP beliefert, gilt der wachsende Hybrid-Fuhrpark als zukunftsträchtige Alternative.

Darüber hinaus will der Pirnaer Betrieb Menschen animieren, selbst auf Elektroautos umzusteigen. Häufig, sagt Rabe, etabliere sich eine neue Technologie bei Automobilen über Firmenflotten und finde dann private Nachahmer. „Wir wollen sozusagen als Firma Vorreiter sein“, sagt Evelyn Duarte Martinez.

Dieses ehrgeizige Ziel erstreckt sich nicht nur auf die Firmenflotte, sondern auch auf die Produktion. Längst setzt die FEP verstärkt auf die Elektromobilität als neues Geschäftsfeld. Schon jetzt finden sich viele Steckerverbindungen made in Pirna in vielen Fahrzeugtypen, reine Elektroautos brauchen aber in Zukunft noch viel mehr davon. Neue Technologien, beispielsweise fürs elektrische Bordnetz, verlangen nach immer neuen Bauteilen und Materialien, die künftig ganz andere Lasten, Spannungen und Temperaturen aushalten müssen. „Wir wollen uns möglichst breit aufstellen, um für die Zukunft gerüstet zu sein“, sagt Rabe. Vor allem im Bereich der Sensor- und Steckertechnik tüftelt das Unternehmen an neuen Produkten, alles entsteht im eigenen Haus. Die FEP beschäftigt rund 20 Mitarbeiter in der reinen Produktentwicklung. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Aufgrund des wachsenden neuen Geschäftsfeldes und der damit einhergehenden Firmenerweiterung in Leupoldishain sucht die FEP derzeit neue Mitarbeiter. „Wir haben viele offene Stellen, die auch in den Bereich der Elektromobilität hineinragen“, sagt Rabe. Zu besetzten sind Posten sowohl im produktiven als auch im kaufmännischen Bereich.

Derzeit beschäftigt der Betrieb rund 450 Menschen, bei der Firma Ehrlich in Leupoldishain sind es noch einmal 120. Damit gelten beide Werke im Verbund als größtes Produktions- und Industrieunternehmen in der Region Pirna.