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Falkner wagt Neustart in Bad Schandau

Hans-Peter Schaaf trat mit seinen Vögeln bisher im Moritzburger Wildgehege auf. Jetzt fliegen sie in der Sächsischen Schweiz.

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© Archiv: Norbert Millauer

Von Carina Brestrich

Bad Schandau. Den Umzug haben die Vögel gut überstanden: „Die Tiere fühlen sich hier sehr wohl, sie haben kein Problem mit der Ortsumstellung“, sagt Falkner Hans-Peter Schaaf. Bislang begeisterte der 44-Jährige das Publikum mit seinen Flugshows im Moritzburger Wildgehege. Doch weil er die Bedingungen in dem staatseigenen Wildpark zuletzt nicht mehr hinnehmen wollte, entschied sich der Falkner zum Abschied. In Bad Schandau wagt Schaaf jetzt den Neustart. Am Sonnabend, 14. Mai, präsentiert er erstmals seine Tiere im neuen Domizil.

In den Falkenstein-Hütten an der Falkensteinstraße Richtung Ostrau hat Schaaf für seine Vögel ein neues Domizil geschaffen. Die Bedingungen auf dem Gelände der Ferienanlage seien ideal. So etwa können die Besucher in einer Art Amphitheater Platz nehmen. „Das Publikum sitzt hier direkt im Felsen, hat bei den Vorführungen eine gute Sicht“, erzählt er.

Insgesamt 20 Vögel hat Hans-Peter Schaaf mit nach Bad Schandau gebracht. Steinadler, Sakerfalken, Seeadler und viele andere gehören zu seinem Jagdfalkenhof. Derzeit hält Schaaf die Tiere angebunden an einer Langfessel. Das ist tierschutzrechtlich erlaubt, soll aber nur eine vorübergehende Lösung sein, sagt Schaaf. Stattdessen sollen seine Vögel demnächst eigene Volieren bekommen. Schaaf wartet dafür nur noch auf die Baugenehmigung. „Sobald ich die habe, geht es los“, sagt er.

Fünf Jahre lang waren Hans-Peter Schaafs Flugshows ein beliebter Anziehungspunkt im Moritzburger Wildgehege. Für die Nutzung der dortigen Volieren zahlte er eine Pacht an den Park-Betreiber, den Sachsenforst. Zum Schluss aber kriselte es mit dem Staatsbetrieb. Der wollte sich nicht um die inzwischen maroden, teils einsturzgefährdeten Volieren kümmern. Auch über die Gestaltung der Eintrittspreise, die Schaaf nicht für besucherfreundlich hielt, bestand Uneinigkeit. Mittlerweile haben beide Parteien ihren juristischen Streit beigelegt, sich auf einen Vergleich geeinigt. „Deshalb musste jetzt alles recht schnell gehen“, sagt Hans-Peter Schaaf. Mit seinen Greifvögeln passt er gut in die Sächsische Schweiz, glaubt der Falkner. „Hier ist der Wanderfalke ja zum Beispiel noch in freier Wildbahn zu erleben. Das ist toll“, sagt er. Auch für die Sächsische Schweiz dürfte der Jagdfalkenhof ein Gewinn sein. Immerhin ist die Region damit um eine Attraktion reicher.

Jagdfalkenhof, Falkensteinstraße 9, in Bad Schandau. Flugshows täglich um 13 und 16 Uhr (außer Mo. und Di.), Eintritt: Erw. 8 Euro, Kinder 4 Euro, Familien 20 Euro.