Teilen:

Dynamo löst Vertrag mit Markkanen

© Robert Michael

Dynamo Dresden und Eero Markkanen sparen sich den Gang vors Arbeitsgericht und lösen den bis 30. Juni datierten Vertrag mit sofortiger Wirkung auf.

Dresden. Jetzt ging es fix: Dynamo Dresden und Eero Markkanen sparen sich den Gang vors Arbeitsgericht und lösen den bis 30. Juni datierten Vertrag mit sofortiger Wirkung auf. Die Trennung erfolge „im gegenseitigen Einvernehmen“, heißt es in der am Morgen verbreiteten Pressemitteilung des Vereins. Allerdings ist diese Einigung die Folge eines Zerwürfnisses, das eine weitere Zusammenarbeit unmöglich macht.

Markkanen war nicht am vorigen Mittwoch aus dem Weihnachtsurlaub zurück nach Dresden gekommen. © Robert Michael

Dynamos Missverständnisse

Oliver Pagé, 1991: Der Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters galt als Riesentalent. 450.000 Mark überwies Dynamo vor der ersten Bundesliga-Saison 1991/92 an Bayer Leverkusen. Doch gespielt hat er nur dreimal. Trotzdem musste der Verein sogar noch blechen, als der Verteidiger nach einem Jahr wieder ging. Das Gericht verdonnerte Dynamo dazu, ein versprochenes Handgeld nachzuzahlen: rund 40.000 Mark netto. Pagé, der nach eigener Aussage während seiner Zeit in Dresden mehrmals rassistischen Anfeindungen ausgesetzt gewesen ist, wechselte zum Regionalligisten Rot-Weiss Essen und schaffte dort 1993 den Aufstieg in die 2. Liga – danach erklärte er seine Karriere im Profi-Fußball im Alter von nur 22 Jahren für beendet und wurde Seelsorger. Gleichzeitig war er als Trainer bei kleineren Vereinen oder im Nachwuchs tätig, im August 2017 übernahm er die Leitung des Kinderperspektivteams beim Regionalligisten TSV Steinbach in Baden-Württemberg.
1
/
13

Der Finne, der im August 2017 auf Leihbasis vom schwedischen Erstligisten AIK Solna zur SGD gekommen war, erschien einfach nicht zum Trainingsauftakt am 3. Januar und flog auch nicht ins Trainingslager nach Spanien. Sportchef Ralf Minge hatte deshalb am Dienstag in Marbella gesagt: „Wir lassen uns nicht vorführen.“ Der 26 Jahre alte Stürmer kam für die Schwarz-Gelben nur viermal zum Einsatz und hat insgesamt nur 49 Minuten gespielt. Deshalb könne man ein gewisses Verständnis für seine Situation entwickeln, meinte Minge, aber sein Verhalten sei nicht im Ansatz tolerierbar.

Als im Moment gering schätzte Minge die Chancen ein, direkt einen Ersatz für Markkanen zu holen. Es müssten viele Faktoren passen, und das sei in der Winterpause schwierig. (SZ/-ler)