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Fallschirmspringer testen ihre Vielseitigkeit

Am Wochenende absolvieren sie rund um Rothenburg die Neiße-Tour. Dabei sind mehrere Disziplinen zu bewältigen.

Von Steffen Gerhardt

Weiße Pfeile ziehen sich am Wochenende durch Rothenburg. Wer ihnen folgt, findet sich am Flugplatz wieder. Manch einer mag sich fragen: Wozu? Schließlich ist der Weg gut ausgeschildert. Gezogen wurden die Linien als Wegvorgabe für eilige Fallschirmspringer. Wer also am Sonnabend oder Sonntag kleine Gruppen von Radfahrern mit farbigen Mützen sieht, hat es mit den Teilnehmern der 8. Neiße-Tour zu tun, einem exklusiven Fünfkampf von Fallschirmspringern. Dabei werden die Teilnehmer aus Belgien, Holland, Tschechien, Polen und Deutschland in gemischte Gruppen gelost.

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Zum Auftakt geht es am Sonnabend mit der Antonov-2 zur Kulturinsel Einsiedel, um aus 1 200 Metern Höhe in Sechsergruppen eine Außenlandung mit dem Fallschirm zu absolvieren, bei der Zielgenauigkeit und Schnelligkeit nach der Landung bewertet werden. Dabei ist auch der Fallschirm für den nächsten Sprung zu packen.

Dann geht es mit den Schlauchbooten der Firma Neiße-Tours sieben Kilometer Richtung Rothenburg, wo sich die verschiedenen Sprachen bei den Steuerkommandos besonders lustig ergänzen. Die gleiche Distanz müssen die Teilnehmer danach mit dem Fahrrad bis zum Flugplatz absolvieren. Dort wird die Zeit des Gruppenletzten gemessen. Zum Abschluss haben alle noch ein Bogenschießen zu absolvieren. Wer in der Addition aller Platzziffern als Gruppe vorne liegt, gewinnt die begehrten Pokale. In Sachen Teamgeist und Kameradschaft gehen aber alle als Sieger aus dem Wettkampf heraus. Nicht umsonst kommen einige nur wegen dieser Vielseitigkeit immer wieder nach Rothenburg.

Wer sich von den Aufregungen in Luft, Wasser und am Boden erholt hat, für den geht es am Sonnabendnachmittag mit dem „normalen“ Zielsprungwettkampf um den Neiße-Pokal weiter. Hier springen alle in den gewohnten Viererteams aus der Antonov-2 fünf Durchgänge aus 1 000 Metern auf eine elektronische Zielscheibe mit der nur zwei Zentimeter großen „Null“. Wenn der Wettergott gnädig ist, sollte der Wettbewerb bis Sonntagmittag im Kasten sein.

Natürlich rechnet sich das heimische Team „ParaComets“ gute Chancen auf eine vordere Platzierung aus. Da es sich aber um eine Freiluftsportart handelt, gibt es für die Wettbewerbsleitung, aber auch die Teilnehmer viel Flexibilität, um die Reihenfolge der Disziplinen so günstig wie möglich zu gestalten.

Wer die Springer beobachten oder mit ihnen in der Antonov-2 mitfliegen möchte, hat dazu am Sonnabendnachmittag oder Sonntagvormittag auf dem Flugplatz Rothenburg die Gelegenheit dazu. Volker Wollert, Schatzmeister des gastgebenden Luftsportvereins Rothenburg, schränkt allerdings ein, dass die beiden Wettbewerbe bei besonders gutem Frühsommerwetter komplett schon am Sonnabend über die Bühne gehen könnten. Zuschauer hätten deshalb ab 9.30 Uhr an der Kulturinsel Einsiedel und ab 13 Uhr auf dem Flugplatz die besten Möglichkeiten, das sportliche Treiben zu beobachten. (SZ)