merken
Feuilleton

Familiäre Gründe für MDR-Abschied

Entgegen allen Spekulationen: Überraschend, aber geplant verlässt Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi den Sender.

Wolf-Dieter Jacobi
Wolf-Dieter Jacobi © MDR/ Marco Prosch

Leipzig. Der langjährige Programmdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks, Wolf-Dieter Jacobi, hat überraschend, aber aus eigenem Antrieb den Sender mit sofortiger Wirkung verlassen. Für seine Entscheidung seien „familiäre Gründe“ ausschlaggebend gewesen, sagten übereinstimmend Teilnehmer der Präsenzsitzung des zuständigen Programmausschusses, auf der am Dienstag die Entscheidung vom 54-Jährigen mitgeteilt worden war.

Damit widersprechen sie allen möglichen Spekulationen. Offiziell ließ Jacobi verlauten: „Nach so vielen sehr intensiven und erfolgreichen Jahren ist es ein guter Zeitpunkt, sich noch mal neu zu orientieren und im Leben auch andere Prioritäten zu setzen.“ MDR-Intendantin Wille dankte ihm für seine Verdienste um den Sender und erklärte, er habe in all den Jahren „immer wieder Impulse gesetzt und maßgeblich dazu beigetragen, dass wir uns konsequent auf digitalem Kurs befinden“. Auch in der ARD genieße er Respekt und große Wertschätzung, sagte Wille. Jacobis bisherige Stellvertreterin Angela Tomschke übernahm kommissarisch die Leitung der Programmdirektion.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Jacobi wurde 1965 in Borna geboren und volontierte ab 1984 in der Sportredaktion des DDR-Fernsehens. Bis 1990 studierte er in Leipzig Journalistik und wurde im Anschluss Sportreporter beim Deutschen Fernsehfunk (DFF). 1992 wechselte Jacobi zum neu gegründeten MDR als Redakteur und Moderator. Zudem wurde er Sport-Ressortleiter im Landesfunkhaus. In den Folgejahren war er beispielsweise für den MDR-„Sachsenspiegel“ tätig, den er auch leitete.

Ab 2005 arbeitete der Boxsport-Fan als Redaktionsleiter Sport des MDR-Fernsehens und führte unter anderem das ARD-/ZDF-Team bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver an. Seit 2004 kommentierte er Boxen im Ersten. Im Oktober 2011 trat er sein Amt als Programmdirektor an. Sein Vertrag wäre erst im Herbst 2021 ausgelaufen. Jacobi lebt mit seiner Familie in Radebeul. (SZ)

Mehr zum Thema Feuilleton